Milzbrand-Warnsystem zerstört Speicher von Kameras

8. Jänner 2002, 14:02
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Auch tragbare Computer sind davon betroffen

Las Vegas - Das von US-Post eingesetzte System zur Erkennung von Milzbrand-Erregern zerstört nach Angaben eines interantionalen Industrieverbandes bestimmte Speicherkarten von Digitalkameras und tragbaren Computern.

Die von den Erkennungsgeräten freigesetzte Strahlung lösche auf so genannten CompactFlash-Cards nicht nur sämtliche Daten, sondern mache die Speicher zudem unbrauchbar, teilte die CompactFlash Association am Dienstag in Las Vegas mit. CompactFlash-Karten sind etwa halb so groß und doppelt so dick wie Scheckkarten. Sie werden vor allem in Digitalkameras namhafter Hersteller zur Speicherung von Fotos, aber auch in anderen portablen Geräten wie MP3-Playern oder Taschencomputern eingesetzt.

Der CompactFlash-Association gehören Speicherproduzenten aus Asien, Amerika und Europa an. Nach Angaben der Vereinigung schädigt das Bestrahlungssystem auch normale Fotofilme, Arzneimittel, Kontaktlinsen und biologische Substanzen. Die US-Post informierte ihre Kunden im Internet darüber, dass sie zusammen mit der Industrie an der Entwicklung von Systemen arbeite, die auch empfindliche Inhalte von Brief- und Paketsendungen nicht schädigen sollen.

Dazu würden umfangreiche Tests mit Filmprodukten, diversen Datenträgern, Lebensmitteln und Pflanzenprodukten angestellt. Nach Angaben der CompactFlash-Association können die auf Flughäfen eingesetzen Röntgengeräten CompactFlash-Karten nichts anhaben.

Die US-Post hat die Systeme zur Erkennung von Anthrax-Bakterien nach mehreren Milzbrand-Anschlägen in den USA eingeführt. Seit dem vergangenen Herbst kamen dort fünf Menschen, darunter zwei Mitarbeiter der Post, durch Milzbrand ums Leben. (APA)

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