Konsumentenschützer kritisieren "unzählige" Preiserhöhungen

8. Jänner 2002, 18:32
4 Postings

VKI: Wiener Städtische erhöhte Erlagscheingebühr um 97 Prozent

Wien - Die Preisgestaltung nach der Euroumstellung sorgt in Österreich für Aufregung. Zahlreiche Konsumenten hätten sich in den vergangenen Tagen über zum Teil eklatante Preiserhöhungen im Zuge der Euro-Bargeldeinführung beschwert, berichtet der Verein für Konsumenteninformation (VKI).

"Auf der einen Seite überbieten sich die Lebensmittelketten derzeit mit Eurosonderangeboten, andererseits ist es ärgerlich, dass unzählige Leistungen im Zuge der Währungsumstellung still und heimlich erhöht wurden", so die VKI-Kritik. Eine Rechtfertigung der Preisanhebungen aus kalkulatorischen Gründen sei "mehr als zweifelhaft".

Beträchtliche Verteuerungen

Im Internet listen die Konsumentenschützer einige beträchtliche Verteuerungen seit dem 1. Jänner auf. Spitzenreiter unter den Europreissündern ist laut VKI die Wiener Städtische Versicherung. Diese erhöhte die Erlagschein-Einzahlungsgebühr von sieben Schilling auf einen Euro (13,76 Schilling). Das entspricht einer Verteuerung von immerhin 97 Prozent.

Bei zahlreichen Wiener Tankstellen sei die Gebühr für Selbstbedienungsstaubsauger für Autos um 38 Prozent von zehn Schilling auf einen Euro angehoben worden. Auch in der niederösterreichischen Gemeinde Gutenbrunn werden Wintersportfreunde seit der Euro-Bargeldeinführung kräftiger zur Kasse gebeten: Die Nutzungsgebühr für die Langlaufloipe wurde von 20 Schilling auf zwei Euro erhöht. Ebenfalls um 38 Prozent angehoben wurde der Preis für eine Pensionistenfahrkarte beim Autobusunternehmen Dr. Richard (von zehn S auf einen EURO) sowie die Parkgebühr im Ausflugsgebiet Gießhübl (von 20 S auf zwei EURO).

Buchungsfehler

Aufpassen sollten Konsumenten in den nächsten Wochen bei elektronischen Zahlungen. Mögliche Buchungsfehler von Banken oder Firmen könnten zu falschen oder überhöhten Kontobelastungen führen. Der VKI empfiehlt, Kontoauszüge hinsichtlich Dauer- und Einziehungsaufträgen sowie Überweisungen genau zu kontrollieren. Bei Einzahlungen per Erlagschein dürfe man alte und neue Währung nicht verwechseln, da bis zum 28. Februar sowohl Schilling als auch Euroerlagscheine im Umlauf seien. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 9.1.2002)

LINK
VKI
Share if you care.