Italienische Fluglotsen streiken - Zahlreiche Flüge gestrichen

8. Jänner 2002, 17:32
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Gewerkschaft will "Arbeitsplätze verteidigen" - Auch Flüge von Österreich gestrichen

Rom/Wien - Ein vierstündiger Streik der Fluglotsen in Italien hat heute, Dienstag, zu Behinderungen im Luftverkehr geführt. Passagiere, die über die Arbeitskampfmaßnahme nicht informiert waren, reagierten mit Entrüstung und heftigen Protesten auf die Streichung zahlreicher Flüge. In Österreich fielen zwei Starts der Alitalia dem Arbeitskampf zum Opfer.

Seit einigen Wochen sind Schwierigkeiten in der italienischen Luftfahrt an der Tagesordnung. Die nationale Fluggesellschaft Alitalia hatte unlängst die Streichung von 3.500 Arbeitsplätzen wegen tief greifenden Umstrukturierungsmaßnahmen zur Eindämmung des Schuldenberges angekündigt. "Wir kämpfen um die Rettung und Neubelebung des italienischen Flugverkehrs", versuchte ein Gewerkschafter den Unmut der Passagiere zu besänftigen.

Besonders betroffen war der römische Flughafen Fiumicino. Nicht nur internationale Flüge wurden gestrichen, auch im inneritalienischen Flugverkehr gab es Störungen. Vier von fünf Lotsen beteiligten sich an dem Streik.

Geringe Auswirkungen für Österreicher

Verhältnismäßig gering waren die Auswirkungen für Flugpassagiere in Österreich. Laut dem Sprecher des Flughafens Schwechat, Hans Mayer, fielen zwei Flüge aus. Betroffen waren die Destinationen Mailand um 7.05 Uhr und Rom um 11.50 Uhr.

Mit Schwierigkeiten ist auch in den nächsten Tagen zu rechnen. Für 18. Jänner ist ein achtstündiger Streik im italienischen Flugverkehr geplant, um gegen die geplante Aufweichung des Kündigungsschutzes zu protestieren. (APA)

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