Sauerstoffentzug von Ballastwasser in Schiffen verhindert Bioinvasion

9. Jänner 2002, 11:34
posten

Mithilfe von Stickstoff sollen alle Lebewesen in den Ballasttanks getötet werden

Moss Landing - Eine Studie des Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) hat ergeben, dass ein Sauerstoffentzug von Ballastwasser in Schiffen sowohl zur Eindämmung von Bioinvasoren führt als auch das Schiff vor Korrosion schützt. Mithilfe von Stickstoff sollen alle Lebewesen in den Ballasttanks getötet werden. Das berichtet das amerikanische Magazin Biological Conservation in der Januar-Ausgabe.

Die neue Methode, die gemeinsam mit den Sumitomo Heavy Industries in Japan entwickelt wurde, basiert auf der Idee, blubbernden Stickstoff in die Ballasttanks zu pumpen, um so Sauerstoff aus dem Wasser zu entfernen. Wasserlebewesen reagieren sehr empfindlich auf Änderungen des Sauerstoffgehalts im Wasser. Wie im Laborversuch nachgewiesen, können Larven, Würmer, Schnecken und Kleinkrebse eine solche Prozedur nicht überleben.

Effektive Methode

"Lebewesen, die mit großen Mengen von Ballastwasser über die ganze Welt transportiert werden und dort einheimische Arten verdrängen, werden weltweit zu immer größeren Problemen", so Studienleiter Mario Tamburri. "Allein in der Umgebung vom Elkhorn Slough National Research Reserve in Kalifornien wurden innerhalb der vergangenen Jahre mehr als 55 nicht-heimische Wirbellose entdeckt", so Kerstin Wasson, Studien-Co-Autorin. "Wir müssen unbedingt nach einer schnellen und effektiven Methode der Eindämmung von biologischen Invasoren finden", erklärte die Forscherin.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Ballasttanks von Schiffen Unmengen von Lebewesen quer über die Kontinente hinweg transportieren und dann Schäden in Millionenhöhe anrichten, da sie kommerziell genutzte Spezies bei lebenswichtigen Fäulnisprozessen stören. Einige Forscher nehmen sogar an, dass eine Fortsetzung dieser Umstände die Ausrottung von 70 Prozent der Meereslebewesen innerhalb des kommenden Jahrhunderts bedeuten könnte.

Bisherige Versuche mit Intensiv-Filterung, Wärmebehandlung oder dem Einsatz von Bioziden waren wenig erfolgversprechend, weil sie eine Gefährdung der Schiffsbesatzung und eine noch größere Gefährdung der Umwelt bedeuteten. "Zunächst wurde die Methode des Sauerstoffentzugs mit Hilfe von Stickstoff als zu teuer eingestuft. Als die Schiffsbetreiber dann feststellen konnten, dass dabei auch der Korrosion der Schiffe entgegengewirkt werden kann, war das Interesse an der neuen Methode geweckt", so Tamburri. "Außerdem können Schiffseigner sich im Jahr rund 100.000 Dollar an Lackkosten ersparen", so der Wissenschaftler. (pte)

Share if you care.