Philips: Restrukturierungen werden heuer beschleunigt

8. Jänner 2002, 10:55
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Bis Ende 2002 müssen 12.000 Jobs abgebaut werden - Noch zu viele Doppelgleisigkeiten im Konzern

Eindhoven - Der Vorstandsvorsitzende der Philips Electronics NV, Eindhoven, Gerard Kleisterlee, hat sich für das neue Jahr einiges vorgenommen. Die Restrukturierungen, die für dieses Jahr geplant seien - zu denen der Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen gehört - könnten dem Konzern neuesten Schätzungen zufolge Kostenersparnisse von mehr als eine Mrd. Euro (13,76 Mrd. S) bringen. Ursprünglich waren 300 Mill. Euro geplant. Pläne für einen zusätzlichen Stellenabbau seien in Arbeit, sagte Gerard Kleisterlee, Vorstandsvorsitzender der Philips Electronics NV, Eindhoven, in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" (WSJ).

2002 soll vieles besser laufen als im vergangenen Jahr. Der größte europäische Verbraucherelektronikkonzern litt 2001 wie viele anderen Unternehmen auch erheblich unter der weltweiten Konjunkturabschwächung und der daraus resultierenden Kauf- Zurückhaltung der Verbraucher. Diese hatte sich nach den Terroranschlägen in den USA noch verstärkt. Im kommenden Monat wird Philips den Erwartungen zufolge den ersten Gesamtjahresverlust seit nahezu einer Dekade veröffentlichen. In den vergangen 52 Wochen hat der Aktienkurs um 15 Prozent auf 33,60 Euro eingebüßt.

Konzern neu beleben

Kleisterlee will den Konzern nun neu beleben. Eine Maßnahme ist die Restrukturierung. Philips sei in den vergangenen zehn Jahren nicht gewachsen, sein Ziel für das neue Jahr sei es, diesen Rückgang zu stoppen.

Kleisterlee zeigte sich optimistisch für 2002. Die Verkäufe von Stereoanlagen und Fernseher hätten sich im Weihnachtsgeschäft robust gezeigt und deuteten an, dass die Verbraucher wieder Ausgaben für langlebige Güter tätigten. Zusätzlich habe Philips im vierten Quartal einen leichten Anstieg beim Auftragseingang ihrer Halbleitersparte verzeichnet.

Philips auf gutem Wege

Philips befinde sich auf gutem Wege, die gesteckten Ziele für die kommenden drei bis fünf Jahre zu erreichen, wird Kleisterlee zitiert. Für diesen Zeitraum plant Philips mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von zehn Prozent und ein Ergebnisplus von 15 Prozent. Der Vorstandsvorsitzende bestätigte auch das Ziel des Konzerns, die Kosten in diesem Jahr um ein Viertel zu senken, hauptsächlich bei Dienstleistungen wie Finanzen und IT.

Die dadurch betroffenen 12.000 Stellen sollen voraussichtlich bis Ende 2002 abgebaut sein - damit sei die Restrukturierung aber noch nicht beendet, fügte er hinzu. Es gebe noch zu viele Doppelgleisigkeiten, "zu viele Leute versuchen, das Rad neu zu erfinden", wie der Vorstandsvorsitzende es ausdrückt.

Philips strebe keine Fusion an, wird Kleisterlee zitiert. Jedoch gebe es eine Liste von mindesten fünf Adressen, die Philips gerne übernehmen wolle.(APA/vwd)

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