Katastrophen-und Umweltschutz mit Maiskolben

8. Jänner 2002, 10:48
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Verwertung von landwirtschaftlichen Reststoffen

Wien - Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Fabrik der Zukunft" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) untersuchen Wissenschafter der "Steirischen Vulkanland Regionalentwicklung GmbH" in Feldbach die Ölbindeeigenschaften von Maiskolben. Das Nebenprodukt der Maisernte soll im Katastrophen- und Umweltschutz eingesetzt werden.

Leere Maisspindeln fallen in Österreich beispielsweise bei der Futtermittelherstellung in großen Mengen an. Die Maiskörner werden zwar verfüttert, aber die übrig bleibenden Kolben werden zur Zeit meist gehäckselt und dann eingeackert. Nun sollen die Forschungsarbeiten eine nachhaltige Verwertung von landwirtschaftlichen Reststoffen ermöglichen. Dies kann den österreichischen Bauern neue wirtschaftliche Chancen eröffnen.

Patentansprüche

In einer ersten Entwicklungsphase werden die vorliegenden Erfahrungen auf dem Gebiet der Herstellung von Maiskolbengranulat ausgewertet und etwaige Patentansprüche durchleuchtet. Weiters sollen die Planungen für eine Maiskolben-Aufbereitungsanlage in den Aufbau einer Pilotanlage münden, die Aufbereitung, Mahlung und mechanische Trennung des Granulates ermöglicht. Beim Mahlen der Spindeln können verschiedenste Korngrößen eingestellt werden. Je nach Einsatzgebiet wird eine andere Körnung gefragt sein.

Die Hauptvorteile der Maisreststoffe sind, dass sie in Österreich in großen Mengen anfallen und für die Umwelt unbedenklich sind. Zudem wird das Risiko möglicher Reaktionen mit den zu bindenden Flüssigkeiten von den Experten als gering eingestuft. Damit das Ziel des direkten Schutzes der Umwelt bei Unfällen erreicht wird, muss die Adsorptionskapazität und -geschwindigkeit noch entsprechend angepasst werden.

"Nachhaltig Wirtschaften"

Das Forschungsförderungsprogramm "Fabrik der Zukunft" wird im Rahmen des Impulsprogramms "Nachhaltig Wirtschaften" des Infrastrukturministeriums (BMVIT) durchgeführt. Für die erfolgreiche Abwicklung des Programms ist der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zuständig.

In der ersten Antragsrunde des Programms wurden 20 Projekte ausgewählt. Die zweite Ausschreibungsrunde startet im kommenden März, Ende des Jahres 2002 soll ein dritter Aufruf für Projekteinreichungen veröffentlicht werden. 2001 und 2002 stehen jeweils rund 35 Mill. S (2,54 Mill. Euro) für Forschungsprojekte zu den Themenbereichen "Technologien und Innovationen bei Produktionsprozessen", "Nutzung nachwachsender Rohstoffe" und "Produkte und Dienstleistungen" zur Verfügung. (red)

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