"Keine reine Altherrenpartei"

8. Jänner 2002, 11:50
posten

Wie Politikerinnen ihre Partei beurteilen - Marga Hubinek (VP-Abgeordnete) und Silvia Fuhrmann (JVP-Chefin) - Teil II

Marga Hubinek, 20 Jahre VP-Abgeordnete

"Die Volkspartei sollte verstärkt das Thema Ökologie angehen", findet Marga Hubinek. Hier müsste es ein deutlicheres Umdenken geben und die Wirtschaftsinteressen hintangehalten werden. 20 Jahre lang saß die heute 75-Jährige für die ÖVP im Nationalrat - von 1986 bis 1990 als Zweite Präsidentin. Parteichef Wolfgang Schüssel streut sie Rosen: "Ich beneide seine Nervenstärke." An der politischen Arbeit gefällt ihr, dass "Reformen, die wir seit langem als nötig erkannt haben, endlich energisch umgesetzt werden". Gott sei Dank sei man auch weg vom "zu bündischen" Denken gekommen.

Silvia Fuhrmann, JVP-Chefin

"Ich bin ein Beispiel dafür, dass die ÖVP sicher keine reine Altherrenpartei ist", sagt die Bundesobfrau der Jungen ÖVP (JVP) Silvia Fuhrmann. Die Möglichkeit, die Politik selbst mitzugestalten, sei sehr groß, "auch wenn man gelegentlich gegen Türen rennt". Für die 20-jährige Burgenländerin ist die Volkspartei "natürlich" christlich sozial, auch wenn die Mitglieder diesen Begriff nicht einheitlich definieren würden. An Parteichef Wolfgang Schüssel bewundert sie dessen Gelassenheit, "wobei ich mich immer frage, wie er das so schafft". Das Anti-Temelín-Volksbegehren der FPÖ sei ein Garant dafür, dass die Regierungsarbeit schwieriger werde, fürchtet die JVP-Chefin. Doch gelte es in dieser Frage standhaft zu bleiben. (pm/DER STANDARD, Printausgabe 09.01.2002)

Share if you care.