Iran: Prozess gegen iranische Dissidenten hinter verschlossenen Türen

8. Jänner 2002, 07:15
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Angeklagte sind größtenteils liberale Journalisten und Uni-Professoren

Teheran - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit beginnt am Dienstag vor dem konservativen iranischen Revolutionsgericht der Prozess gegen 15 Dissidenten, denen Verschwörung zum Sturz des islamischen Staats vorgeworfen wird. Die Angeklagten sind größtenteils Journalisten und Universitätsprofessoren einer liberal-islamischen Bewegung. Iranische Reformer und Menschenrechtgruppen forderten, der Prozess müsse öffentlich sein. "Dies ist eine weitere eklatante Verletzung der Grundrechte der Gefangenen", hieß es in einem offenen Brief von Verwandten an den UNO-Hochkommissar für Menschenrechte.

Vorwürfe

Die Anklage umfasst eine Reihe von Vorwürfen. Unter anderem werden die Dissidenten des Versuchs beschuldigt, Studenten zu Unruhen anzustiften. Zudem werden ihnen geheime Kontakte mit Ausländern und Verschwörung zum Sturz des islamischen Staats angelastet. Sechs der Angeklagten sind in einem Militärgefängnis inhaftiert, die anderen wurden vor kurzem auf Kaution freigelassen. Zum Teil saßen sie lange in Einzelhaft, nach Angaben ihrer Verwandten waren sie auch psychologischer Folter ausgesetzt. Zahlreiche Abgeordnete des überwiegend reformerischen Parlaments äußerten Zweifel an den Umständen, unter denen die Angeklagten Geständnisse abgelegt hatten. (APA/Reuters)

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