Politikern soll drei Monate lang das Gehalt gestrichen werden

8. Jänner 2002, 13:02
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Vorschlag Duhaldes stößt auf wenig Gegenliebe

Buenos Aires/Wien - Der neue argentinische Präsident Duhalde möchte die Politiker seines Landes für drei bis sechs Monate auf "Nulldiät" setzen. Wie die Tageszeitung "La Nacion" berichtet, sollen die Mitglieder seiner Regierung während dieses Zeitraumes völlig auf ihren Lohn verzichten, um in der derzeitigen Wirtschaftskrise den Bürgern ein Beispiel zu geben.

Bei den Politikern auf wenig Gegenliebe gestoßen

Der Vorschlag Duhaldes sei aber bei den Politikern auf wenig Gegenliebe gestoßen, so "La Nacion". Der Präsident wolle auch die Parlamentsabgeordneten und Höchstrichter einladen, sich dem Gehaltsverzicht anzuschließen: "Wenn wir möchten, dass die Sache gut abläuft, werden wir auch die Kosten übernehmen müssen", wird Duhalde von der Zeitung zitiert.

Bei einer Sitzung mit seinen engsten Vertrauten in der Regierung am Sonntag im Präsidentenpalast habe er seinen Vorschlag folgendermaßen erläutert: "Ich muss eine wichtige Geste setzen. Prüft sie mit den anderen Kabinettsmitgliedern und antwortet mir am Dienstag oder Mittwoch".

Gehälter schon unter Vorgänger gekürzt

Die von "La Nacion" befragten Politiker und hohen Beamten konnten dem Vorschlag Duhaldes aber wenig abgewinnen. Bereits Duhaldes Vorgänger Adolfo Rodriguez Saa hatte nämlich eine Begrenzung der Gehälter auf höchstens 3.000 Pesos (3.350 Euro) eingeführt. Der Politikberater Rosendo Fraga warnte, dass es Duhalde unmöglich sein könnte, die in zur Bewältigung der Wirtschaftskrise dringend benötigten fachlich gut ausgebildeten Funktionäre zu finden, wenn sie nicht entsprechend entlohnt werden. (APA)

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