Unwahrscheinlicher Direktor

11. Jänner 2002, 14:34
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APA-Chef Vyslozil winkt für zweite Ebene ab - aber nicht ganz

Wien - Wolfgang Vyslozil zeigt wenig Lust, als Kaufmännischer Direktor auf den Küniglberg zu wechseln. Der Geschäftsführer der Nachrichtenagentur APA bewarb sich zuletzt um den Job des ORF-Generaldirektors.

Über Monate dementierte der 56-Jährige im Vorjahr jede Ambition, sich für den höchsten Job im ORF zu interessieren. Und ließ sich wenige Stunden vor Ablauf der Frist doch noch nominieren.

"Man soll niemals nie sagen"

Nun verfährt Vyslozil umgekehrt: "Man soll niemals nie sagen", sagt er auf STANDARD-Anfrage. In bürgerlichen Kreisen fiel zuletzt sein Name für die Funktion des Kaufmännischen Direktors, eine Etage unter Generalin Monika Lindner. Anfragen gebe es zu allem und jedem, sagt der APA-Manager. "Wenn es konkrete Gespräche dazu geben sollte", würde er sich das "noch einmal anschauen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich Ja sage, ist sehr gering."

Die Begründung liefert Vyslozil im nächsten Satz: "Das ist eine Frage der Verantwortung gegenüber der APA." Der wolle er nach seiner Generalskandidatur keine weitere Phase der Unklarheit zumuten, sondern "Kontinuität und Stabilität" vermitteln.

Die Bewerbungsfrist läuft bis 25. Jänner, am 8. Februar werden die neuen ORF-Direktoren gewählt. Bis dahin bleibt man im ORF mehr als vage, ob die Wünsche von FP-Klubchef Peter Westenthaler nach einem Ende der "ZiB 3" erfüllt werden: Derlei Fragen lägen alleine "im Verantwortungsbereich des ORF". (fid/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 8. Jänner 2002)

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