Skepsis wegen Italiens Haltung zur Union

7. Jänner 2002, 19:24
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Prodi: "Europa braucht Italien. Italien braucht Europa"

Rom/Brüssel - Einige von Italiens Partnern in der EU sehen den Rücktritt des Außenminister Renato Ruggiero schon jetzt mit Sorge. Belgiens Außenminister Louis Michel sagte, die Demission bedeute einen Sieg für "die antieuropäische Tendenz" in der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Der deutsche Außenamtschef Joschka Fischer äußerte "großes Bedauern" öber den Verlust eines "überzeugten Europäers".

Frankreichs Finanzminister Laurent Fabius erwartet nun aus Rom klare Signale: "Eine Bestätigung des europäischen Engagements Italiens ist notwendig, das ist sehr wichtig", sagte er am Montag im Rundfunksender Europe 1. "Italien ist einer der Pfeiler Europas, und ich denke, dass auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs eine gewisse Klärung nötig sein wird", so der Sozialist Fabius. Er nannte die Entwicklung in Italien besorgniserregend.

Aus der EU-Kommission kamen zunächst verhaltene Töne. Man sehe keinen Grund, am europapolitischen Engagement Roms zu zweifeln, sagte der Sprecher von Kommissionspräsident Romano Prodi in Brüssel. Die EU-Regierungen würden an ihren Taten beurteilt. Italiens Erfolg sei eng verknüpft mit dem Erfolg des europäischen Modells: "Europa braucht Italien, Italien braucht Europa." (Reuters, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 8.1.2002))

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