Mutmaßlicher El Kaida-Stützpunkt in Ostafghanistan durchsucht

7. Jänner 2002, 18:38
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UNO-Beobachter für Untersuchung über zivile Opfer der Angriffe

Washington/Kabul/Bagram - US-Truppen haben am Montag einen mutmaßlichen Stützpunkt der El Kaida-Organisation von Osama bin Laden im ostafghanischen Sawar durchsucht. Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke sagte, die Soldaten seien dabei, die vom US-Geheimdienst entdeckte Basis zu durchstöbern. Die US-Luftwaffe habe den aus einem Ausbildungslager und mehreren Höhlen bestehenden Stützpunkt am Sonntagabend zum fünften Mal seit Donnerstag bombardiert.

Einer Meldung der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP zufolge landeten vier US-Hubschrauber in der Nacht zum Montag in der Nähe der mutmaßlichen Basis. An der Durchsuchungsaktion seien auch Stammesälteste aus dem Gebiet von Paktia und Khost beteiligt.

US-Senatoren zu Treffen mit Karsai eingetroffen

Eine Gruppe von US-Senatoren ist am Montag in Afghanistan für ein Treffen mit dem Übergangs-Präsidenten des Landes, Hamid Karsai, eingetroffen. Zu der neunköpfigen Delegation zählen unter anderem der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat und jetzige Senator des US-Bundesstaats Arizona, John McCain, sowie aus Connecticut der einstige Vizepräsidentschafts-Anwärter der Demokraten, Joseph Lieberman. Die Senatoren waren am vergangenen Donnerstag in Washington zu einer Asienreise aufgebrochen. Weitere Stationen sind Pakistan, Usbekistan, Tadschikistan, Oman und die Türkei. Es handelt sich um die erste Reise von US-Parlamentariern nach Afghanistan seit Beginn der US-Luftangriffe vor drei Monaten.

Der UNO-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtssituation in Afghanistan, Kamal Hossain, hat am Montag in Kabul betont, dass zivile Opfer der amerikanischen Bombenangriffe in Afghanistan das Recht auf eine Untersuchung über eventuelle Verletzungen der internationalen Menschenrechte haben. "Jede Militäroperation, die von der Koalition zur Verteidigung des internationalen Rechts unternommen wird, muss selbst das Recht respektieren", sagte Hossain. Er trat für eine Untersuchung der Fälle ein. Über die Zahl der Opfer liegen keine genauen Zahlen vor. Sie reichen von einigen Hundert bis zu einigen Tausend. (APA/dpa)

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