300-Meter-Asteroid am Montag nur knapp an der Erde vorbeigerauscht

9. Jänner 2002, 11:38
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"Bei einem Zusammenprall könnte ein solches Objekt ein mittelgroßes Land auslöschen"

Paris - Ein Asteroid von rund 300 Metern Länge ist am Montag nur knapp an der Erde vorbeigerauscht. Der Kleinplanet "2001 YB5" näherte sich nach Angaben von Astronomen um 8.37 Uhr MEZ der Erde bis auf 600.000 Kilometer - eine in kosmischen Dimensionen minimale Entfernung. Die Gefahr eines Zusammenstoßes mit der Erde bestand nach Angaben der Astronomen jedoch nicht. Allerdings wurde der Asteroid erst Anfang Dezember entdeckt. "Wäre das Ding auf Kollisionskurs gewesen, hätten wir nichts mehr tun können", sagte Benny Peiser von der Universität Liverpool.

Im Falle eines Aufpralles würde ein Asteroid von den Ausmaßen des 2001 YB5 verheerende Verwüstungen anrichten. "Bei einem Zusammenprall könnte ein solches Objekt ein mittelgroßes Land auslöschen und zu einem weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruch führen", sagte Peiser. Derzeit ist den Wissenschaftlern nur ein Asteroid bekannt, der sich in absehbarer Zeit noch näher an die Erde wagen wird: der "1999 AN10", der am 7. August 2027 in einer Entfernung von 389.000 Kilometern vorbeifliegen und dabei der Erde ungefähr so nah wie der Mond kommen wird.

Lange Ruhepause

Nach Berechnungen des Astronomen David Jewitt von der Universität Hawaii liegt die Wahrscheinlichkeit bei einem Prozent, dass die Erde in diesem Jahrhundert von einem größeren Asteroiden getroffen wird. Allgemein ist unter Experten die Ansicht verbreitet, dass die Erde schon relativ lange von einem derartigen Einschlag verschont geblieben ist. 1908 wurde Sibirien von einem 60 Meter langen Himmelskörper getroffen, der ganze Landstriche verwüstete.

Wenn ein Asteroid von der Größe des 2001 YB5 auf die Erde treffen würde, würden den Berechnungen zufolge Energie-Mengen freigesetzt, die der Explosion von mehreren hundert Atombomben entsprächen. Vor 65 Millionen Jahren schlug ein bis zu zehn Kilometer langer Himmelskörper auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan ein. Eine Theorie besagt, dass die Folgen dieser Katastrophe einen Klimawechsel und das Aussterben der Dinosaurier einleiteten. (APA)

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