Dreisprachige Wiener Ortstafeln leider nur temporär

10. Jänner 2002, 22:03
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poeter c. siegls "Konfliktkunst" bleibt aber straffrei

Wien - Die "dreisprachigen" Ortstafeln an den Wiener Stadteinfahrten, die vom "Konfliktkünstler" poeter c. siegl in Eigeninitiative gestaltet wurden, müssen entfernt werden, wurde im Büro des Verkehrsstadtrates Rudolf Schicker am Donnerstag auf Anfrage bestätigt. Weil sie nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen, werden die Tafeln bis Freitag wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, die Überklebungen ("Wien Vienna Wean") entfernt. Eine Anzeige gegen den Künstler wird es jedoch nicht geben, versicherte man im Rathaus.

Als "konstruktiven Beitrag zum Urteil des Verfassungsgerichtes in der Causa Ortstafel" (siegl) hatte er am Wochenende begonnen, die Ortseinfahrten Wiens dreisprachig zu gestalten: "Wien - Vienna Wean" hieß es ab da an den Autobahneinfahrten künftig auf Deutsch, Englisch und Wienerisch. Der Künstler hatte von "positiven Reaktionen" und von schmunzelnden Autofahrern berichtet.

Foto: APA
LINK: www.poeter.at

Die Aktion geht weiter

Vergangenen Freitag Nachmittag hatte er an der Wiener Westeinfahrt drei Ortstafeln mit weißer Folie überklebt, auf der in derselben Schrift wie auf den originalen Tafeln die dreisprachige Ortsbezeichnung angebracht wurden ist. Am Montag Vormittag überklebte er an der Wiener Südeinfahrt weitere drei Tafeln, im Verlauf der Woche noch einige weitere.

Schmunzeln an der 'Wiener Südeinfahrt

Für seine "wie immer unangemeldete" Aktion berief sich siegl auf die in der Verfassung verankerte Freiheit der Kunst. Bei seinen bisherigen 35 "Denkstationen" (dokumentiert unter www.poeter.at) habe er noch nie Strafe oder Entschädigungen gezahlt, so siegl, der u.a. für den schlagzeilenträchtigen Auftritt des als Hitler kostümierten Schauspielers Hubsi Kramar am Opernball 2000 (mit-)verantwortlich war." siegl: "Ich nenne das Konfliktkunst, denn meistens treibe ich damit Konflikte ins Lächerliche." (APA)

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