Ginkgo-Präparate nicht mehr kassenfrei

8. Jänner 2002, 08:56
posten

In Apotheken aber weiterhin erhältlich

Wien - Trotz des heftigen Widerstands seitens Ärztevertretern und Patienten-Angehörigen hat der Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger mit 1. Jänner 2002 nun endgültig Arzneimittel mit Spezialextrakten aus Ginkgo-biloba von der Liste der auf Kassenkosten verschreibbaren Medikamente gestrichen. Die Bezieher der Ginkgo-Präparate müssen für die Kosten nun selbst aufkommen.

Hochwirksames Phytotherapeutikum

"Ginkgo-Präparate sind hochwirksame pflanzliche Arzneimittel. Es gibt kein anderes Phytotherapeutikum mit mehr als 500 wissenschaftlichen Arbeiten ", betont Dr. Pierre Saffarnia, Pressesprecher der Austroplant Arzneimittel GmbH. in Wien, die derartige Präparate vertreibt.

Diese Arzneimittel erhöhen die Gedächtnisleistung signifikant und können bei der Alzheimer-Krankheit eine Verbesserung der sozialen Fertigkeiten bewirken sowie einen Heimaufenthalt hinauszögern. Für bisherige Bezieher sprechen daher wichtige Argumente dafür, die Ginkgo-Präparate weiterhin einzunehmen.

Kosten vertretbar

Zwar seien die Kosten für die Patienten nun durch den Wegfall der Kassenfreiheit höher, doch mit 56 Cent (7,70 Schilling) pro Tag (für Cerebokan Tabl. 80 mg) weiterhin vertretbar. Das entspricht etwa die Kosten von einem Liter Milch. Eine 30-Stück-Packung kostet EUR 16,75.

Die erwähnten Präparate können nicht nur gegen Vergesslichkeit, sondern etwa auch bei Schwindelzuständen, Tinnitus (Ohrenklingeln) und bei Netzhauterkrankungen des Auges eingesetzt werden. Voraussetzung ist ein ärztliches Rezept. (red)

Share if you care.