Mladic will sich angeblich freiwillig dem UNO-Tribunal stellen

7. Jänner 2002, 14:48
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In Belgrader Villa verbarrikadiert - 24 Leibwächter schützen ihn - Angst vor Kidnapping

London/Belgrad - Der vom UNO-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagte ehemalige Oberkommandant der bosnisch-serbischen Streitkräfte, Ratko Mladic, überlege, sich freiwillig zu stellen. Wie die "Sunday Times" berichtete, fürchte Mladic vor allem, dass er wegen dem von den USA gebotenen "Kopfgeld" gekidnappt werden könnte. Die USA haben bis zu fünf Millionen Dollar (5,53 Mill. Euro) für Informationen geboten, die zur Ergreifung von Mladic und des ehemaligen bosnisch-serbischen Präsidenten Radovan Karadzic führen.

Mladic habe sich in seiner Villa im Belgrad Viertel Banovo Brdo "verbarrikadiert", schrieb die "Sunday Times". Er werde von zwei Teams mit jeweils zwölf Männern beschützt, die aus einem von lokalen Firmen und ehemaligen Kollegen gegründeten Fonds bezahlt würden. Mladic würde in letzter Zeit auch nur noch selten sein Haus verlassen, so die Zeitung.

Mladic und Karadzic werden im Krieg in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Sie sollen unter anderem für die 42-monatige Belagerung der Stadt Sarajewo und für das Massaker von Srebrenica verantwortlich sein. (APA)

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