Somalia: Regierungsmilizen plündern in Mogadischu

7. Jänner 2002, 13:07
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19 Tote - 3000 Polizeianwärter protestieren gegen ausständige Lohnzahlungen

Mogadischu - Tausende Milizen der somalischen Übergangsregierung sind nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation in den vergangenen Tagen plündernd durch die Hauptstadt Mogadischu gezogen. Seit zwei Wochen hätten "mehr als 3000" Polizeianwärter ihre Ausbildungslager verlassen, um gegen die Aussetzung ihres Soldes zu protestieren, berichtete die Vorsitzende der somalischen Menschenrechtsorganisation SHRPN, Habiba Haji Jumale. In der vergangenen Woche wurden dabei nach Behördenangaben mindestens 19 Menschen getötet.

Nach fast zehn Jahren Chaos in Somalia war im vergangenen Jahr eine Regierung gebildet worden, in der verschiedene Clans des Landes vertreten sind. Ein Großteil der rivalisierenden Milizenchefs im Land lehnte die Übergangsregierung ab. Ursprünglich sollte sie für eine Übergangszeit von drei Jahren amtieren, bevor es freie Wahlen geben sollte. Seit dem Sturz von Diktator Mohammed Siad Barre 1991 hatte das ostafrikanische Land keine Regierung mehr. (APA)

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