Vom jüdischen Leben in Salzburg

6. Jänner 2002, 21:15
posten

Die heurigen Ausstellungen des Museums Carolino Augusteum - Umbauarbeiten im Plan

Salzburg - Von den Pogromen im Mittelalter bis hin zum jüdischen Leben im 19. und frühen 20. Jahrhundert: "Juden in Salzburg - Geschichte, Kultur, Schicksale" ist der Titel der heurigen Hauptschau des Salzburger Museums Carolino Augusteum (SMCA). Die Ausstellung, die am 26. Juli startet, entsteht in Kooperation mit der jüdischen Gemeinde in Salzburg und dem Jüdischen Museum in Wien.

Zeitgleich wird eine Ausstellung der Salzburger Malerin Helene Taussig eröffnet: Die jüdische Künstlerin starb 1942 im KZ; ihr Werk wurde von Wilhelm Kaufmann vor der Vernichtung durch die Nazis gerettet. Zurzeit werden die jahrelang versteckten und dann wenig beachteten Bilder vom SMCA restauriert.

Schon ab 29. Juni wird die Sonderausstellung "Musik und Dichtung" gezeigt. Darin werden - erstmals in Österreich - Originalhandschriften von Dichtern wie Trakl, Goethe und Musikern wie Mozart, Beethoven und Wagner gezeigt, die Stefan Zweig und Martin Bodmer gesammelt haben. Für diese Exponate errichtet die Stiftung Bodmer derzeit ein eigenes Museum bei Genf und hat angekündigt, diese Ausstellung nicht mehr zu verleihen, sobald das Museum fertig ist.

Neben der traditionellen Krippenschau präsentiert das SMCA im Herbst die Sonderschau "Die sterbenden Europäer". Für diese Ausstellung hat der Salzburger Fotograf Kurt Kaindl aussterbende europäische Völker wie die Aromunen, Sorben, Arbereshe oder die Gottscheer Deutschen besucht und - so SMCA-Direktor Erich Marx - außergewöhnlich berührende Fotos gemacht.

Wie Marx bei der Präsentation weiters erläuterte, seien die knapp 21,8 Millionen Euro (300 Mio. S) teuren Umbauarbeiten der Neuen Residenz am Salzburger Mozartplatz für das Museum Carolino Augusteum nach Jahren der politischen und bautechnischen Diskussionen jetzt im Zeitplan. Im April dieses Jahres wird mit dem Neuaufbau des berühmten "Sattler-Panoramas" begonnen, im Mai sollen die Innenausstattung und das Design des neuen Hauses ausgeschrieben werden. Im März 2003 beginnt - laut Plan - der Umbau. 2004 soll dort die erste Ausstellung eröffnet werden, die Fertigstellung der neuen Residenz und die Übersiedelung des SMCA ist für 2005 geplant.
(APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. 1. 2002)

Share if you care.