Crossair- und Swissair-Piloten im Streit

7. Jänner 2002, 09:41
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Meinungsverschiedenheit über neue Strategie - Schlichtungsversuch am Montag

Basel/Zürich - Zwischen den Piloten der Crossair und der Swissair kommt es erneut zum Schlagabtausch: Die Gewerkschaft der Crossair-Piloten kritisiert ein von Swissair-Kollegen vorgelegtes Strategiepapier als "provozierendes und gefährliches Störmanöver".

Einmischung

Mit dem am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Papier mische sich der Swissair-Pilotenverband Aeropers in einer ihm nicht zustehenden Art und Weise in die strategische Ausrichtung und Organisation der neuen Crossair ein, schreibt der Verband des Crossair Cockpit Personals (CCP) in einer Mitteilung vom Sonntag. "Das Vorgehen erinnert an die alte Swissair-Kultur, welche im Sturzflug des Konzerns ihr Ende nahm", kritisierte der CCP.

Aeropers hatte in ihrer "Vision" verlangt, dass sich die neue Fluggesellschaft im obersten Qualitätssegment positionieren und auch eine entsprechende Preispolitik verfolgen solle. Zudem müsse die Gesellschaft oberste Priorität auf die Sicherheit setzen. Den Namen "Crossair" lehnte der Verband in seinem unter dem Titel "Swissairlines" veröffentlichten Papier ab.

Belehrende Seitenhiebe

Die Crossair-Gewerkschaft CCP verurteilte das Vorgehen und die "belehrenden Seitenhiebe" des Swissair-Pilotenverbandes am Sonntag als "verwerflich und unethisch". Mit Anspielungen auf "jüngste Ereignisse in der Crossair" missbrauche Aeropers zudem die Tragik eines Unfalls schamlos zur Wahrnehmung eigener Interessen, heißt es in der CCP-Stellungnahme.

Heute, Montag, soll es zu einem Gespräch zwischen den beiden Pilotengewerkschaften und dem Crossair-Management kommen, bestätigte Crossair-Sprecher Andreas Schwander am Wochenende. Dabei solle insbesonders das Feld für die Verhandlungen über die künftigen Anstellungsbedingungen für die Swissair-Piloten abgesteckt werden. (sda, DER STANDARD, Printausgabe 7.1.2002)

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