"Das Problem wollen wir in Zukunft nicht mehr haben"

6. Jänner 2002, 14:06
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EU-Kommissar Verheugen verlangt Euro-Reife und -Einführung von EU-Kandidaten

Köln - EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen hat vor neuen Bedingungen für die Aufnahme der Beitrittskandidaten in die Europäische Union gewarnt. "Es dürfen jetzt keine neuen Hindernisse für die Erweiterung aufgebaut werden", sagte Verheugen am Sonntag im Deutschlandfunk. Es dürfe nicht so sein, dass der auf dem letzten EU-Gipfel vereinbarte Reformprozess zunächst abgewartet werde. Dies würde in den Kandidatenländern als "schwerer Vertrauensbruch" empfunden.

Verheugen forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, auch zu ihren finanziellen Zusagen zu stehen. Wenn die 1999 beschlossenen Gelder vollständig zur Verfügung stünden, sehe er "keine unüberwindbaren Hindernisse" für die teuren Aspekte der Erweiterung: Landwirtschaft und Regionalförderung.

Von der Einführung des Euro-Bargelds verspricht sich der EU-Kommissar eine neue Dynamik für die europäische Idee. Der psychologische Effekt könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagte er dem Rundfunksender. Dadurch werde auch ein stärkerer Druck entstehen, die bisherigen Schwächen der europäischen Institutionen zu beseitigen.

Verheugen machte deutlich, dass es bei der Einführung des Euro für die Beitrittsländer keine Ausnahmen geben dürfe. Alle neuen Mitglieder der EU müssten, sobald sie die Bedingungen erfüllten, auch den Euro haben. "Das Problem, das wir im Augenblick mit einigen Mitgliedern haben, wollen wir in Zukunft nicht mehr haben", sagte Verheugen. Die EU-Staaten Großbritannien, Dänemark und Schweden haben die gemeinsame Währung bisher nicht eingeführt. (APA)

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