Romano Prodi lobt Österreichs Rolle bei Öko-Themen

6. Jänner 2002, 13:48
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"Sorge um die Umwelt in der gesamten Union gestärkt"

Wien - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" lobt EU-Kommissionspräsident Romano Prodi Österreichs Einsatz für einen ökologisch vertretbaren LKW-Verkehr und für die Sicherheit von Atomkraftwerken. Österreich habe habe mit seiner "Sorge um die Umwelt das ökologische Bewusstsein in der gesamten Union gestärkt". Das bewerte er "historisch positiv".

Die EU müsse nun nach Prodis Worten eine nachhaltige Entwicklung in allen Politikbereichen anstreben. Die Ökopunkte-Regelung betrachte er "als Teil dieser Evolution"; sie habe, obwohl es "von österreichischer Seite einige Übertreibungen" gegeben habe, "in der Verkehrspolitik einen Weg für die Zukunft der gesamten Union vorgezeichnet", wird Prodi zitiert.

Im Zusammenhang mit der FPÖ-Vetodrohung gegen einen EU-Beitritt Tschechiens im Falle der Inbetriebnahme des umstrittenen Atomkraftwerks Temelin verweist Prodi laut Aussendung auf den Abschluss des "Melker Prozesses", den er überaus positiv beurteile. Ohne die von der EU-Kommission gebotene Plattform hätte die Temelin-Frage zu einem "ernsten Konflikt" zwischen zwei Nachbarländern werden können, so Prodi im "profil". "Beide Seiten haben im europäischen Geist eine Lösung gefunden."

Bedauernswert ist für Prodi, dass die Forderung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) nach gemeinsamen Sicherheitsnormen für Atomkraftwerke - die auch er, Prodi, unterstützt habe - keine breite Unterstützung gefunden hat. "Einige Staats- und Regierungschefs haben das innerhalb von 30 Sekunden vom Tisch gewischt."

Prodi kritisiert in diesem Zusammenhang, dass es auf europäischer Ebene noch nicht akzeptiert werde, "der Kommission mehr Macht auf dem Gebiet der Atomenergie zu geben". Der mangelnde Konsens auf politischer Ebene sei "ein typischer Fall für die EU". Die Bürger hätten "die Notwendigkeit von gemeinsamen Vorschriften für Atomkraftwerke längst verstanden", doch "manche Politiker hinken da noch hinterdrein". (APA)

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    Romano Prodi mit Gattin Flavia in der Sylvesternacht in Wien

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