Peres: Waffen-Fund stoppt Bemühung um diplomatische Lösung nicht

6. Jänner 2002, 13:15
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"Glaubwürdigkeit" der palästinensischen Führung in Frage gestellt

Jerusalem - Die israelische Regierung wird trotz des umfangreichen Waffen-Fundes auf einem palästinensischen Schiff die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts mit den Palästinensern fortsetzen.

Das sagte Außenminister Shimon Peres nach einem Gespräch mit US-Nahostvermittler Anthony Zinni am Sonntag in Jerusalem. Peres nannte die Entdeckung der Waffen auf der im Roten Meer von der israelischen Marine aufgebrachten "Karine-A" einen "sehr ernsten Zwischenfall". Er werde "Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit" der palästinensischen Führung haben.

Zinni, der an diesem Sonntag mit den Sicherheitschefs beider Seiten zusammentreffen will, ging vor Journalisten nicht auf den Zwischenfall ein. Der US-Gesandte betonte, dass es noch "ein langer Weg bis zum Frieden" sei, bei dem die Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit und die Bekämpfung des Terrorismus an erster Stelle stehe. Ziel des Treffens der Sicherheitsexperten unter seiner Vermittlung sei es, "einen Plan zu verwirklichen, der uns zu diesem Ziel führt."

Israelische Geheimdienstkreise machen Palästinenserpräsident Yasser Arafat persönlich für den Kauf der Waffen verantwortlich, die am Donnerstag auf dem palästinensischen Schiff im Roten Meer entdeckt wurden. Die Autonomiebehörde hat jede Kenntnis von der Waffenlieferung bestritten und Israel beschuldigt, einen Propagandakrieg gegen die Palästinenser zu führen.(APA/dpa)

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