Weitere mutmaßliche Moslemextremisten in Pakistan festgenommen

6. Jänner 2002, 10:31
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Inzwischen mehr als 300 Personen in Gewahrsam

Islamabad - Pakistanische Sicherheitskräfte haben in der Nacht zum Sonntag 42 weitere mutmaßliche Moslemextremisten festgenommen. Bei den meisten handelt es sich nach Polizeiangaben um Mitglieder der Organisation Jaish-e-Mohammed, der die indische Regierung Beteiligung an dem Selbstmordanschlag auf das Parlament in Neu-Delhi vom 13. Dezember vorwirft. Aus Polizeikreisen verlautete, weitere Festnahmen stünden bevor. Mit der nächtlichen Polizeiaktion im ostpakistanischen Staat Punjab stieg die Zahl der in den vergangenen Tagen festgenommenen mutmaßlichen Moslemextremisten den Angaben zufolge auf mehr als 300.

Härteres Vorgehen gegen militante Gruppen

Indien hat von Pakistan ein härteres Vorgehen gegen militante, von Pakistan aus operierende islamische Organisationen gefordert, die Neu-Delhi für den Anschlag auf das Parlament Mitte Dezember verantwortlich macht. Dazu zählt Indien neben der Gruppe Jaish-e-Mohammed auch die Organisation Lashkar-e-Tayyaba, deren Anführer Hafiz Saeed Ende Dezember festgenommen wurde. Der Anführer von Jaish-e-Mohammed, Maulana Masood Azhar, wurde bereits zuvor festgenommen.

Terroristen oder Freiheitskämpfer

Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen islamische Extremisten für einen eigenen Staat oder den Anschluss an Pakistan. Islamabad bezeichnet die Rebellen als Freiheitskämpfer, Neu-Delhi dagegen spricht von Terroristen. Der Konflikt um die geteilte Kaschmir-Region eskalierte nach dem Anschlag auf das Parlament. Beide Atommächte zogen in den vergangenen Wochen Truppen entlang der Grenze zusammen. (APA/AP)

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