Anja Pärson gewinnt vierten Slalom in Folge

7. Jänner 2002, 12:46
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Die Schwedin siegte beim zweiten Slalom in Marburg vor Pequegnot und Nef -Marlies Schild zeigte einen starken zweiten Lauf

Marburg - Mit einem weiteren skandinavischen Erfolg sind am Sonntag die Damen-Weltcuprennen in Marburg zuende gegangen. Anja Pärson gewann innerhalb von 24 Stunden auch den zweiten Slalom, was zuvor nur Hanni Wenzel und ihrer schwedischen Landsfrau Ylva Nowen gelungen war. Es war - wie Nowen vor vier Jahren - der bereits vierte Slalomsieg in Folge für Pärson. Für Österreichs Damen gab es im dritten und letzten Rennen am Bachern dank Marlies Schild erstmals wenigstens eine Top-15-Platzierung. Die 20-jährige Salzburgerin wurde 13., Carina Raich und Christine Sponring belegten die Plätze 17 bzw. 21.

Ein Tänzchen im Zielraum

Pärson feierte die Fortsetzung ihrer beeindruckenden Siegesserie mit einem Tänzchen und einem "Dive" im Zielraum. Hatte sie ihre Rennen in Sestriere, Lienz und Marburg jeweils als Führende nach dem ersten Lauf gewonnen, sichert sie sich am Sonntag als Halbzeit-Zweite hinter Laure Pequegnot den insgesamt fünften Weltcup-Sieg. In einem atemberaubenden Finish siegte die derzeit klar beste Slalomläuferin 8/100 vor der Französin, die Schweizerin Sonja Nef lag als Dritte schon 1,49 Sekunden zurück. Mit einem ähnlichen Vorsprung hatte Nef am Freitag den Riesentorlauf in Marburg gewonnen.

"Im ersten Lauf war ich etwas nervös, keine Ahnung warum. Aber jetzt ist es nur noch ein Traum, dass mir diese Serie gelungen ist", strahlte die 20-Jährige aus Tärnaby, deren Vater Anders Pärson Chef der schwedischen Damen ist. Im Weltcup führt Pärson nun mit 609 Punkten vor Nef (521) und Michaela Dorfmeister (456), die kommende Woche in Saalbach aber bei zwei Abfahrten wieder Boden gut machen kann. "Den Weltcup lasse ich aber einfach auf mich zukommen, denke nicht viel darüber nach", sagte Pärson. Sollte es wichtig sein, werde sie aber selbstredend beim Finale in Flachau auch den Super G bestreiten.

Schild mit viertbester Laufzeit

Nach den vernichtenden Ergebnissen in den vorangegangenen zwei Marburg-Rennen (Götschl 17. im RTL, Egger im Samstag-Slalom 21.) sorgte am Sonntag Marlies Schild wenigstens für einen Lichtblick. Mit viertbester Laufzeit im Finale katapultierte sich die 20-Jährige aus Saalfelden noch von 21 auf 13. Es war ihr bestes Weltcup-Ergebnis bisher und auch ohne das "Blackout von Lienz, als sie im zweiten Lauf aus dem Starthaus gerutscht war, kann sie schon mit beeindruckender Konstanz aufwarten. Olympia ist trotzdem für sie kein Thema, zumindest nicht im Kopf. "Auch wenn es vielleicht so sein soll, ich verschwende derzeit keinen Gedanken daran", sagte Schild. Mehr freute sie der tolle zweite Lauf. "Aber ich hatte auch keinen Druck, weil man von mir eher nichts erwartet."

Nicht mitreißen lassen konnten sich Carina Raich (17.) und Christine Sponring (21.). Sie fuhren zwar wie befohlen wieder auf Durchkommen, die erhofften Platzierungen stellten sich aber trotzdem nicht ein. Sponring war froh, nach drei Ausfällen in Folge wenigstens wieder ein Resultat vorweisen zu können. "Auf Durchkommen zu fahren kommt meinem Stil aber nicht entgegen", sagte die 18-jährige Tirolerin und kündigte an: "In den nächsten Rennen werde ich wieder mehr riskieren. Ich habe ja gesehen, dass ein Top-Ten-Platz drin ist, wenn ich voll fahre."

Trainer Mathias Berthold verteidigte seine vorsichtige Devise, die er den jungen Mädchen vor den zwei Marburg-Slaloms mitgegeben hatte. "Es freut mich, dass man unserer jungen Truppe Geduld entgegen bringt. Aber auf Dauer geht das auch nicht, ich fordere daher auch Leistung". Er will sich dafür einsetzen, dass bei Olympia vier Slalom-Mädchen antreten können. Kein Thema ist derzeit freilich Sabine Egger. "Aber das weiß ich ohnehin selbst", gestand die Kärntnerin ein. (APA)

Endklassement zweiter Damenslalom Marburg:

1. Anja Pärson (SWE) 1:41,14
2. Laure Pequegnot (FRA) 1:41,22 + 0,08
3. Sonja Nef (SUI) 1:42,63 + 1,49
4. Chr. Pascal-Saioni (FRA) 1:42,92 + 1,78
5. Sarah Schleper (USA) 1:43,12 + 1,98
6. Monika Bergmann (GER) 1:43,17 + 2,03
7. Kristina Koznick (USA) 1:43,31 + 2,17
8. Corina Grünenfelder (SUI) 1:43,37 + 2,23
9. Tanja Poutiainen (FIN) 1:43,61 + 2,47
10. Janica Kostelic (CRO) 1:43,71 + 2,57

11. Trine Bakke (NOR) 1:43,85 + 2,71
12. Marlies Oester (SUI) 1:44,02 + 2,88
13. Marlies Schild (AUT) 1:44,09 + 2,95
14. Ylva Nowen (SWE) 1:44,12 + 2,98
15. Vanessa Vidal (FRA) 1:44,29 + 3,15
16. Martina Ertl (GER) 1:44,33 + 3,19
17. Carina Raich (AUT) 1:44,54 + 3,40
18. Spela Pretnar (SLO) 1:44,62 + 3,48
19. Henna Raita (FIN) 1:44,66 + 3,52
20. Nicole Gius (ITA) 1:44,74 + 3,60

21. Christine Sponring(AUT)1:44,75 + 3,61
22. Alenka Dovzan (SLO) 1:44,81 + 3,67
23. Susanne Ekman (SWE) 1:44,89 + 3,75
24. Veronika Zuzulova (SVK) 1:45,05 + 3,91
25. Allison Forsyth (CAN) 1:45,13 + 3,99
26. Anna Ottosson (SWE) 1:45,32 + 4,18
27. Sabine Egger (AUT) 1:45,35 + 4,21
28. Karin Truppe (AUT) 1:45,48 + 4,34

29. Zali Steggall (AUS) 1:45,72 + 4,58
30. Noriyo Hiroi (JPN) 1:45,74 + 4,60

Nicht qualifiziert u.a.: Petra Knor (AUT), Daniela Müller (AUT) Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Michaela Kirchgasser (AUT) , Nicole Hosp (AUT)

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