Euro überflügelt bereits nationale Währungen

6. Jänner 2002, 13:05
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Münz-Nachschub macht Probleme

Brüssel - Der Euro hat die nationalen Währungen bereits am dritten Werktag nach seiner Einführung überflügelt. Für mehr als die Hälfte aller Barzahlungen benutzten die Verbraucher in den zwölf Ländern der Eurozone am Freitag schon das neue Geld, teilte die EU-Kommission in Brüssel am Samstag mit. Der Euro-Anteil bei Bargeld-Geschäften habe durchschnittlich 55 Prozent erreicht.

Der Nachschub von kleinen Scheinen und manchen Münzen bereite aber teilweise Schwierigkeiten. "Die Geschwindigkeit, mit der die Währungsumstellung bewerkstelligt wurde, zeigt die Begeisterung der Bürger für das neue Geld", erklärte die EU-Kommission. Die

Brüsseler Behörde rief die Bürger zugleich auf, große Bargeldbeträge nicht im Einzelhandel auszugeben, sondern in ihrer Bank umzutauschen. Weil viele Kunden ihre Einkäufe mit großen Scheinen der alten Währung bezahlten, hätten manche Geschäfte Probleme mit dem Nachschub kleiner Euro-Scheine und gewisser Münzen: "In einigen Extremfällen sind Supermärkte sogar gezwungen, das Wechselgeld in der alten nationalen Währung herauszugeben". Manche Banken weigerten sich, andere Leute als ihre Stammkunden zu bedienen. Vor den Bankschaltern stünden weiterhin lange Schlangen.

Mit außerplanmäßigen Bargeld-Lieferungen sowie Öffnung von Banken am Wochenende reagierten die Verantwortlichen in Mitgliedsstaaten wie Spanien, Irland, Finnland und den Niederlanden auf die Engpässe. 99 Prozent aller Geldautomaten in der Eurozone - das sind etwa 201.000 Geräte - waren bis einschließlich Freitag auf den Euro umgestellt. In den meisten Euro-Ländern ging die Zahl der Abhebungen nach Kommissionsangaben zurück, doch lag sie nach wie vor über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Am weitesten verbreitet war der Euro den Angaben zufolge in den Niederlanden und Griechenland, wo 80 oder mehr Prozent aller Einkäufe mit den neuen Scheinen und Münzen bezahlt wurden. Deutschland habe zusammen mit Österreich, Luxemburg, Finnland, Irland und Portugal im Mittelfeld gelegen. Dort seien zuletzt zwischen 50 und 65 Prozent aller Bargeldeinkäufe mit dem Euro bezahlt worden, hieß es. In Frankreich, Italien, Spanien und Belgien hätten am Freitag hingegen noch die nationalen Währungen dominiert. (APA/dpa)

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