Entscheidung über deutsches Vorauskommando ausständig

5. Jänner 2002, 12:35
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Scharping will Bericht der Erkundungsoffiziere abwarten

Berlin - Der deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping wird voraussichtlich nicht vor Montag über den Abmarsch des Bundeswehr-Vorauskommandos nach Afghanistan entscheiden. Wie ein Sprecher des Ministeriums am Samstag berichtete, wird im Einsatzführungskommando in Potsdam derzeit die Entscheidungsgrundlage für Scharping erarbeitet. Dies geschehe anhand der Erkundungsberichte der neun nach Kabul entsandten Offiziere, von denen drei inzwischen wieder in Deutschland seien.

Bereits am Sonntag sollen knapp 100 Fallschirmjäger der Luftlandebrigade 31 aus Oldenburg zum Köln-Bonner Militärflughafen Wahn verlegt werden, um im Falle einer positiven Entscheidung Scharpings sofort nach Afghanistan abfliegen zu können. Mit wie vielen Soldaten sich die Bundeswehr letztlich an der 4.500 Mann starken UNO-Schutztruppe beteiligen wird, hat Scharping nach Angaben des Sprechers noch nicht festgelegt. Auch das hänge von den Erkundungsberichten über die Situation in und um Kabul ab. Das Mandat des Bundestages erlaubt die Entsendung von maximal 1.200 Soldaten.

Nach ersten Berichten hatten die deutschen Erkundungsoffiziere in Kabul offenbar bessere Bedingungen für Lufttransporte vorgefunden als zunächst erwartet. Nach Angaben von Sprechern des Einsatzführungskommandos ist die Landepiste des Flughafens Bagram 50 Kilometer nördlich von Kabul von britischen Luftwaffenpionieren wiederhergestellt worden, so dass jetzt auch schwere Militärtransporter landen könnten.

Da der Flughafen Bagram nur für Propellermaschinen ausgelegt ist, hat die Bundeswehr zwei zivile Maschinen des Typs Antonow 124 angemietet. Weitere Transportflugzeuge werden von Verbündeten zur Verfügung gestellt. Der für Jets und Großflugzeuge besser geeignete Internationale Flughafen Kabul ist wegen schwerer Kriegsschäden weiter geschlossen.(APA/AP)

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