Studie: Internet-Infos zum Thema Melanom als Sammelsurium von Fehlern und Wirrnissen

5. Jänner 2002, 16:00
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Ann Arbor/ Michigan- 160 tote Links, Doubletten und Seiten mit Verlinkungen statt Fakten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der University of Michigan nach der Durchforstung von US-Websites zum Thema Melanom. Die Mehrheit der Sites beinhalte unvollständige Infos und eine von acht sei ungenau. Forscher weisen Patienten darauf hin, Internet-Sites sorgfältig auszuwählen. Ärzte sollen Betroffene bei der Suche bestmöglich unterstützen. Das im Steigen begriffene Melanom ist die tödliche Form von Hautkrebs. Die Ergebnisse wurden in der Januar-Ausgabe des Journal of Clinical Oncology publiziert.

"Keiner erwartet, dass jede Website auch die vollständige Thematik abdeckt und die gesamte Info enthält. Aber viele Websites verfügen nicht einmal über Basisprävention, Diagnose, Behandlung und Risikofaktoren", kritisiert Studienautor Christopher Bichakjian. Gerade da das Melanom auch innerhalb der jungen Bevölkerung, die viel Zeit im Internet verbringt, ansteigt, sei die Qualität von Websites besonders wichtig.

Substandard

Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass 74 Websites gegen den so genannten "Golden Standard" verstießen. Dieser basiert auf 35 Faktoren, die von der Basisdefinition, der Inzidenzrate bis hin zu spezifischen Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten reichen. Nur die Hälfte der Sites enthielt zumindest acht dieser Faktoren. "Auf einigen Websites befanden sich Empfehlungen für unnötige Test und sogar für invasive Eingriffe", so der Co-Autor, Timothy Johnson, Direktor der University of Michigan Melanomklinik.

Nur 62 Prozent der Seiten definierten das Melanom überhaupt. Ferner fehlten Statistiken über die Häufigkeit des Melanoms. Bei den Seiten handelte es sich um Internet-Auftritte staatlicher Behörden, von Non-profit-Organisationen, von medizinischen Gesellschaften sowie von akademischen Medizinzentren sowie um Webpages von Unternehmen und Hautkrebspatienten. Gefunden wurden die Melanom-Sites durch die Suchmachinen von Yahoo, MSN, Lycos, Netscape, Go und Excite, unterstützt von den medizinischen Suchmaschinen Med Hunt und Medical World Search. (pte)

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