Jugoslawischer Finanzminister Rankovic zurückgetreten

4. Jänner 2002, 18:44
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Kostunica unterstützt Konkursverfahren gegen vier führende Geschäftsbanken

Belgrad - Der jugoslawische Finanzminister Jovan Rankovic ist zurückgetreten. Die Demission wurde am Freitag in Belgrad vom jugoslawischen Notenbankpräsidenten Mladjan Dinkic nach einem Treffen mit Staatspräsident Vojislav Kostunica bekanntgegeben. Hintergrund ist offenbar das am Vortag eingeleitete Konkursverfahren gegen vier serbische Banken. Rankovic hatte sich vergeglich gegen diesen Schritt gestellt.

Dinkic erklärte nach der Beratung mit Kostunica, der einige jugoslawische und serbische Regierungsmitglieder beiwohnten, dass er den jugoslawischen Präsidenten über die eingeleiteten Konkursverfahren unterrichtet habe. Dabei sei "volle Übereinstimmung" erzielt worden. Kostunica stelle die Liquidierung von vier führenden Geschäftsbanken nicht in Frage, erklärte Dinkic.

Die Notenbank hatte am Donnerstag die Konkursverfahren mit der Tatsache begründet, dass für die Sanierung der betroffenen Banken "Beobanka", "Investbanka", "Jugobanka" und "Beogradska banka" umgerechnet rund 8,3 Milliarden Mark (4,24 Mrd. Euro/58,4 Mrd. S) nötig wären. Der serbische Finanzminister Bozidar Djelic bezeichnet die Konkursverfahren gegen die vier Banken als das "Ende des politischen Bankwesens" in Jugoslawien.

In den Belgrader Zentralen der vier Geschäftsbanken sowie in Zweigstellen in mehreren serbischen Städten kam es zu Proteste von Bankangestellten. Sie besetzten Geschäftsräume und drohten teilweise mit Hungerstreiks. Sie vertrauten darauf, dass Kostunica eine Einstellung der Konkursverfahren veranlassen könnte. Ein derartiges Versprechen sollen sie am Donnerstag von Rankovic bekommen haben. (APA)

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