Anzeichen für Kanzlerkandidatur Stoibers mehren sich

4. Jänner 2002, 18:38
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Auch Landeschefs Koch und Wulff für CSU-Chef als Herausforderer Schröders

Berlin - In der Union mehren sich die Anzeichen für eine Kanzlerkandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU). In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hieß es am Freitag in Berlin, es sei nicht ersichtlich, wie CDU-Chefin Angela Merkel noch ihren Anspruch auf die Kandidatur durchsetzen könne. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe) plädieren auch die einflussreichen Landeschefs von Hessen und Niedersachsen, Roland Koch und Christian Wulff, für Stoiber. Beide haben bisher öffentlich nicht Position bezogen.

Damit sind alle maßgeblichen CDU-Landeschefs mit Ausnahme des nordrhein-westfälischen Parteivorsitzenden Jürgen Rüttgers mittlerweile für Stoiber als Herausforderer von Bundeskanzler und SPD-Chef Gerhard Schröder. "Ich sehe keine Chance, dass (CDU-Chefin Angela) Merkel in entscheidenden Gremien eine Mehrheit erhält", sagte ein CDU-Abgeordneter der Nachrichtenagentur Reuters. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) hatte bereits Anfang der Woche erklärt, eine große Mehrheit der Abgeordneten sei für Stoiber.

Sowohl Merkel als auch Stoiber haben in den vergangenen Wochen ihre Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur erkennen lassen. Eine entscheidende Etappe stellt nach Einschätzung von Unionspolitikern die CDU-Vorstandsklausur Ende kommender Woche in Magdeburg dar. In der CDU wird davon ausgegangen, dass dort Vorstandsmitglieder ihre Präferenzen signalisieren werden, die sich bisher in der Kandidatenfrage zurückgehalten haben.

Beim Treffen der CSU-Landesgruppe Anfang der Woche in Wildbad Kreuth wird keine Entscheidung in der Kandidatenfrage erwartet. Allerdings wollen CSU-Parlamentarierer Stoiber massiv unterstützen. Es werde eine "allgemeine Begeisterung" für den Parteichef geben, sagte ein Mitglied. (APA/Reuters)

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