Blair bemüht sich um "beruhigenden Einfluss" auf Konfliktparteien

4. Jänner 2002, 17:30
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Britischer Premier zu dreitägigem Besuch in Indien eingetroffen

Bangalore/Kathmandu - Der britische Premierminister Tony Blair ist am Freitag zu einem dreitägigen Besuch in Indien eingetroffen. Dort wollte Blair am Samstag eine Rede vor dem Indischen Wirtschaftsverband halten. Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Indien und Pakistan wollte sich Blair nach eigenen Angaben um einen "beruhigenden Einfluss" bemühen.

Er will am Sonntag den indischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee und am Montag den pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf treffen. Beide Regierungschefs hielten sich am Freitag in Nepal auf, wo am Samstag der Südasien-Gipfel eröffnet werden sollte.

Indien sieht vorerst kein "geeignetes Klima" für ein Spitzentreffen mit Pakistan am Rande des Südasien-Gipfels. "Es gibt keinen Hinweis auf ein solches Treffen", sagte Außenamtssprecherin Nirupama Rao am Freitag in Kathmandu. Zuvor müsse ein entsprechendes Klima zwischen den beiden Staaten hergestellt werden. Die "Tür für einen Dialog" sei aber noch nicht versperrt, erklärte Rao vor Journalisten. Auch ein Treffen der beiden Außenminister sei zwar nicht geplant, aber auch nicht auszuschließen. Mit dem Selbstmordanschlag auf das Parlament in Neu Delhi, für den Indien Pakistan verantwortlich macht, sei aber "eine gewisse Schwelle überschritten" worden.

Vajpayee hatte zuvor in einem Zeitungsinterview ein Treffen mit Musharraf in Kathmandu bereits abgelehnt. (APA/AP)

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    foto: afpi/indranil mukherjee
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