Breitband-Nutzer sind Entertainment-Freaks

4. Jänner 2002, 16:45
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Userverhalten europaweit einheitlich - "coole neue Inhalte" statt Business und Bildung

Internet-Nutzer mit Breitbandzugang sind primär an Kommunikation, Entertainment und "coolen neuen Inhalten", weniger an Business und Bildung im Web interessiert. Das ist ein Ergebnis der heute, Freitag, vorgestellten Forrester-Studie "Turning On Broadband Users", die das Marktforschungs-Institut Forrester in 13 europäischen Staaten durchgeführt hat.

Ein Hang zu Entertainment und Unterhaltungselektronik

Das Surfverhalten der Breitband-User ist laut Studie europaweit einheitlich und die Gruppe demographisch homogen. "Sie sind jung, mehrheitlich männlich, mit einem Hang zu Entertainment und Unterhaltungselektronik", erläutert Analyst Paul Jackson. Breitband-Nutzer haben in der Regel weniger finanzielle Verpflichtungen und neigen eher zu spontanen Einkäufen, so Jackson weiter. Vor allem drei Arten von Angeboten profitieren von Breitbandzugängen: Media Sharing, Entertainment-Information und der von Forrester "Snacking"-Aktivitäten genannte Bereich. Darunter versteht die Studie kurze, aber häufige Online-Tätigkeiten. Das sind vor allem File Sharing, MP3- und Software-Download sowie Online-Spiele. Ebenso wichtig für den Breitband-User seien aber schneller und günstiger Zugang zu Unterhaltung wie Magazinen, Film- und anderen Entertainment-Seiten.

Die Zahl der Online-Shopper wird durch Breitband-Zugänge nicht erhöht. Allerdings wird laut Studie die Wahrscheinlichkeit um 20 Prozent gesteigert, dass pro Transaktion mehr als 80 Euro ausgegeben werden. Am attraktivsten für die Breitband-User sind DVDs und Videos sowie Computer Hardware; Kleidung und Reisen lassen sie eher kalt.

Individualisten versus "Paket"-User

In Zukunft sieht Jackson zwei Gruppen von Breitband-Usern. Die Individualisten, die Provider, inhaltliche Angebote und Medienseiten getrennt auswählen, und die "Paket"-User, die ihren Breitband-Zugang als Teil eines Bündels von Kommunikations- und Unterhaltungsservices erhalten. Medienunternehmen wie Vivendi und AOL Time Warner werden solche Angebote verstärkt unterstützen, weil sie eine bessere Kontrolle der Inhalte erlauben, so Jackson.

Die 13 europäischen Staaten, in denen die Studiendaten erhoben wurden, sind Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Irland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Spanien, Schweden und die Schweiz. (pte)

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