Belgrad will Telekomprivatisierung revidieren

4. Jänner 2002, 15:57
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Bisherige Verhandlungen mit ausländischen Geschäftspartnern erfolglos

Belgrad bemüht sich weiter um eine Revision der größten serbischen Privatisierung des Regimes von Slobodan Milosevic, der serbischen Telekom, im Juni 1997. Nachdem die rund einjährigen Verhandlungen mit den ausländischen Käufern, der italienischen Stet (Telecom Italia) (29 Prozent) und der griechischen OTE (20 Prozent) zu keinem Ergebnis geführt haben, werde nun ein internationaler Schiedsspruch angestrebt, schreibt die Belgrader Tageszeitung "Glas javnosti".

Bisher noch keine Gegenleistungen

Strittig sei vor allem die Bestimmung im Vertrag, wonach den ausländischen Partnern jährlich drei Prozent der Bruttoeinnahmen als Entschädigung für das eingebrachte Know-how zufallen. Laut dem Zeitungsbericht haben diese die Einnahmen bisher ohne entsprechende Gegenleistungen kassiert.

Bestechungsverdacht steht im Raum

Das Milosevic-Regime hatte im Juni 1997 49 Prozent an der serbischen Telekom Sbrija um 1,5 Mrd. DM (767 Mill. Euro/10,55 Mrd. S) an die Stet und die OTE abgegeben. In Zusammenhang mit dem Privatisierungsgeschäft sollen unter anderem Bestechungsgelder in Höhe von 32 Mill. DM an bis dato unbekannte Vermittler geflossen sein.(APA)

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