Knochenbruchrisiko durch zuviel Vitamin A

6. Jänner 2002, 14:00
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Studie bei Frauen: Möglicherweise wird die Fähigkeit von Vitamin D eingeschränkt

Chicago - Die Einnahme von zu viel Vitamin A kann einer neuen Studie zufolge das Risiko von Knochenbrüchen bei Frauen erhöhen. US-Wissenschafter untersuchten die Ernährungsgewohnheiten von mehr als 70.000 Frauen nach der Menopause und stellten bei Personen mit einer Vitamin-A-Aufnahme von 2.000 Mikrogramm oder mehr pro Tag fast doppelt so viele Hüftbrüche fest wie bei Frauen, die weniger als 500 Mikrogramm täglich zu sich nahmen.

Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift der American Medical Association veröffentlicht wurden, legen nach Ansicht der Forscher auch nahe, den empfohlenen Tagesbedarf des Vitamins neu festzusetzen. Allerdings wurde ein erhöhtes Risiko nur bei der Aufnahme von hohen Dosen Retinol - die reine Form von Vitamin A, wie sie in etwa Leber oder als Nahrungsergänzung vorkommt - festgestellt, nicht aber beim erhöhten Konsum von Betakarotin. Der Körper wandelt Betakarotin bei Bedarf in Vitamin A um.

Als mögliche Erklärung für die Befunde nennt die Hauptautorin der Studie, Diane Feskanich aus Boston, dass zu viel Vitamin A die Fähigkeit von Vitamin D einschränken könnte, den Körper bei der Aufnahme von Kalzium zu unterstützen. Frühere Studien legten außerdem den Schluss nahe, dass Vitamin A am Knochenaufbau beteiligte Zellen beeinträchtige. Die genauen Gründe seien noch nicht bekannt, erklärte Feskanich. Die Ergebnisse bestätigten aber die einer vorausgegangenen schwedischen Studie. Der empfohlene Tagesbedarf an Vitamin A liegt etwa bei 700 Mikrogramm. (APA/AP)

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