Neuer Impfstoff gegen Harnwegsinfektionen entwickelt

7. Jänner 2002, 11:18
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Monatliche Zäpfchen statt Antibiotika für Frauen

Chicago - Hoffnung für Frauen, die unter ständig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen leiden: Ein neuer Impfstoff, der an der Universität von Wisconsin entwickelt wurde, scheint endlich Abhilfe zu verschaffen. Allerdings müssen die Patientinnen den Impfstoff in Form eines Vaginalzäpfchens jeden Monat einführen. "Möglicherweise muss das Zäpfchen über Jahre hinweg genommen werden, aber das ist noch immer besser, als jahrelang Antibiotika zu schlucken", betonte der Wissenschafter Walter Hopkins bei einem Kongress der amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in Chicago.

Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Mehr als die Hälfte aller Frauen leidet mindestens einmal in ihrem Leben unter einer solchen Entzündung. Meist wird sie von Bakterien ausgelöst, die von der Scheide oder vom Darm über die Harnröhre in die Blase wandern. Zu den Hauptsymptomen zählt das häufige und sehr schmerzhafte Wasserlassen. In der Regel können die Infektionen relativ einfach mit Antibiotika geheilt werden, aber bei rund zehn bis 15 Prozent der Patientinnen kehren sie immer wieder zurück. Manche der Betroffenen müssen dauerhaft Antibiotika einnehmen, um gesund zu bleiben.

Resistenzen

Die Ärzte sind sich einig, dass es ein enormer Fortschritt wäre, wenn die wiederkehrenden Harnwegsinfektionen ohne Einnahme von Antibiotika gestoppt werden könnten. Denn Antibiotika rufen nicht nur ab und an allergische Reaktionen hervor, sondern bei dauerhafter Einnahme können die Krankheitserreger gegen die Wirkstoffe resistent werden.

Der neue Impfstoff enthält zehn verschiedene getötete Stämme von E.coli-Bakterien und anderen Erregern, die häufig Harnwegsinfektionen hervorrufen. Damit soll der Körper dazu gebracht werden, Bakterien auf der Oberfläche der Vagina sofort anzugreifen, so dass die Keime sich gar nicht erst in die Blase oder die Nieren ausbreiten können. Vor der Marktreife des Impfstoffes sind allerdings noch weitere Studien notwendig. (APA/AP)

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