Besucherzuwachs im Salzburger Museum Carolino Augusteum

4. Jänner 2002, 14:06
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Unter den kommenden Ausstellungen wird auch die große Schau "Juden in Salzburg - Geschichte, Kultur, Schicksale" sein

Salzburg - Das Jahr 2001 war für das Salzburger Museum Carolino Augusteum (SMCA) ein erfolgreiches. 30.000 Besucher sahen eine der drei Sonderschauen ("Albert Birkle - Zum 100. Geburtstag", "Thomas Bernhard und Salzburg - 22 Annäherungen" bzw. "Wilhelm Kaufmann und Max Rieder - Gemälde, Grafiken, Skulpturen") oder eine der Einzelausstellungen im Spielzeug- oder im Hellbrunner Volkskundemuseum. Das sind um 28 Prozent mehr Besucher als im Jahr davor, gab Erich Marx, Direktor des SMCA bekannt.

Ich will mehr, komm doch her

Ganz zufrieden ist Marx dennoch nicht, er will die in den 80er Jahren übliche Besucherfrquenz von 50.000 und mehr Leuten mittelfristig wieder erreichen. Dazu sind für 2002 insgesamt zehn Ausstellungen geplant. In den ersten drei Monaten des Jahres werden im Haupthaus die "Schätze" des Museumsgründers Vinzenz Maria Süß, Landschaftsbilder des fast blinden Salzburger Malers Franz Hinterholzer und Broschüren, Plakate sowie Souvenirs aus 100 Jahren Salzburger Touristenwerbung gezeigt.

Erster Schwerpunkt ist dann die Sonderausstellung "Musik und Dichtung" ab 29. Juni. Darin werden - erstmals in Österreich - Originalhandschriften von Dichtern (u.a.Trakl, Goethe) und Musikern (Mozart, Beethoven, Wagner) gezeigt, die Stefan Zweig und Martin Bodmer gesammelt haben. Für diese Exponate errichtet die Stiftung Bodmer zur Zeit ein eigenes Museum bei Genf und hat angekündigt, diese Ausstellung nicht mehr zu verleihen, sobald das Museum fertig ist.

Jüdische Geschichte

Als Hauptschau des Jahres ist "Juden in Salzburg - Geschichte, Kultur, Schicksale" ab 26. Juli geplant. Beginnend mit den Pogromen im Mittelalter soll vor allem jüdisches Leben im Salzburg des 19. und frühen 20. Jahrhunderts beleuchtet werden. Diese Schau entstand in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde in Salzburg und dem Jüdischen Museum in Wien. Zeitgleich eröffnet wird eine Ausstellung der weithin unbekannten Salzburger Malerin Helene Taussig. Die jüdische Künstlerin starb 1942 im KZ, ihr Werk wurde - annähernd vollständig - von Wilhelm Kaufmann vor der Vernichtung durch die Nazis gerettet. Zur Zeit werden die jahrelang versteckten und dann wenig beachteten Bilder vom SMCA restauriert.

Im Herbst gibt es die Sonderschau "Die sterbenden Europäer". Für diese Ausstellung hat der Salzburger Fotograf Kurt Kaindl aussterbende europäische Völker wie die Aromunen, Sorben, Arbereshe oder die Gottscheer Deutschen besucht und, so Direktor Marx, außergewöhnlich berührende Fotos gemacht. (APA)

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