RHI prüft neue Gesetzeslage für Asbestschädigungen in Pennsylvania

4. Jänner 2002, 13:40
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Vorstand sieht Klage von Halliburton gelassen entgegen

Wien - Der börsenotierte österreichische Feuerfestproduzent RHI prüft derzeit die Auswirkungen einer neuen Gesetzeslage im US-Bundesstaat Pennsylvania betreffend die Haftung für Asbestschäden. Vor Weihnachten habe der Gouverneur von Pennsylvania ein Gesetz unterzeichnet, das die Haftung für Asbestschäden beschränkt, wenn eine Firma durch eine Übernahme zu einer solchen Verpflichtung gelangt ist, wurde gestern über den Elektrotechnikkonzern ABB bekannt. ABB ist, ähnlich wie auch die US-Beteiligung der RHI, Harbison Walker, von Asbestklagen in Pennsylvania betroffen.

"Wir prüfen derzeit, ob wir von diesem Titel profitieren können", sagte der stellvertretende RHI-Vorstandsvorsitzende Andreas Meier am Freitag zur APA. Es sei noch nicht klar, für welche Form von Übernahmen die Gesetzesnovelle anwendbar sei.

Vorstand: Anschuldigungen gegen RHI "aus der Luft gegriffen

RHI hat Ende 1999 über den US-Mischkonzern GIT dessen Feuerfesttochter Harbison Walker übernommen, gegen den eine Reihe von Klagen von Asbestgeschädigten anhängig waren. (Die hitzefesten Asbestfasern waren in den 70er-Jahren in diversen Feuerfestprodukten verwendet worden, bis sie als gesundheitsschädlich erkannt wurden, Anm.) RHI hatte bei der Übernahme von GIT/Harbison Walker auf die Abdeckung der noch nicht ausjudizierten Ansprüche durch Versicherungen gesetzt, doch ist die volle Deckung der möglichen Ansprüche in diversen Berichten zuletzt teilweise in Frage gestellt worden.

Noch am 31. Dezember war in einer Wiener Tageszeitung ("Die Presse") von Klagen des weltgrößten Erdölausrüsters Halliburton gegen die RHI AG die Rede, da ein gemeinsamer Versicherungspool zur Abdeckung von Ansprüchen aus Asbestklagen angeblich von RHI "betrügerisch" einseitig in Anspruch genommen worden sei. "Wir sehen diesem Thema sehr gelassen entgegen", sagte Meier heute dazu. Die Anschuldigungen von Halliburton seien "völlig aus der Luft gegriffen". Es handle sich möglicherweise um eine Reaktion, da RHI Halliburton zuerst auf Einhaltung des Vertrages geklagt habe.

Bei RHI kommt es wie berichtet am 14. Jänner zu einem Führungswechsel. Ex-ÖBB-Chef Helmut Draxler wird die Nachfolge des vorzeitig abgelösten Georg Obermeier als Vorstandsvorsitzender antreten. Dem Vernehmen nach wird Draxler bereits am Folgetag in Wien eine Pressekonferenz geben. (APA)

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