ÖAAB kämpft um Vollbeschäftigung

4. Jänner 2002, 13:50
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Jugendliche, Frauen und Ältere sind weitere Schwerpunkte für 2002

Wien - War das Kindergeld Thema Nummer eins im Vorjahr, so solle es nun der Kampf um die Vollbeschäftigung sein. Das erklärten ÖAAB-Bundesobmann Werner Fasslabend und ÖAAB-Generalsekretär Walter Tancsits bei einer Pressekonferenz am Freitag. Die internationale Konjunkturentwicklung verlange jetzt wieder eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Arbeitsmarkt. Mehr Kinderbetreuungsplätze sowie die baldige Umsetzung der Abfertigung Neu bezeichnete Fasslabend ebenfalls als dringende Anliegen.

Jugend, Frauen, Alte

Der ÖAAB wolle grundlegende strukturelle Reformen des Arbeitsmarktes erreichen, betonte Fasslabend. Jeder Arbeitswillige solle auch tatsächlich Arbeit finden können, und langfristig solle ein qualitativ hoch stehender Arbeitsmarkt gesichert werden. Das Erreichen des Nulldefizits sei bereits der erste Schritt für eine vernünftige Arbeitsmarktpolitik. Besonderes Augenmerk will der ÖAAB auf drei Problemgruppen am Arbeitsmarkt legen: auf die Jugendlichen, die Frauen, die nach einer Kinderpause in den Beruf zurückkehren wollen, sowie auf ältere Arbeitnehmer.

Der ÖAAB habe vor vier Jahren mit seiner Lehrlingsinitiative den Grundstein zur Schaffung der neuen Lehrberufe gelegt und damit zu einer deutlichen Entspannung der schwierigen Lage auf dem Lehrstellenmarkt beigetragen, stellte Fasslabend fest. Derzeit wolle man aber wieder verstärkt Maßnahmen für junge Arbeitsuchende entwickeln. Werde der derzeitigen Situation nicht entgegen gesteuert, so befürchtet Fasslabend in den nächsten Jahren einen eklatanten Facharbeitermangel. Außerdem zeichne sich auf dem österreichischen Lehrstellenmarkt ein deutliches Ost-West-Gefälle ab. Während Tirol und Vorarlberg einen Lehrlingsmangel beklagen, sehe die Situation im Osten - und da vor allem in Wien - genau gegenteilig aus. Seit 1995 sei in Wien die Anzahl der Lehrlinge um fast 1000 Ausbildungsstellen zurückgegangen.

Mädchen atypisch ausbilden

Um Frauen auf dem Arbeitsmarkt einen besseren Stand zu verschaffen, solle die Berufsberatung verbessert werden. Die "atypischen Ausbildungen" solle es für Mädchen verstärkt geben. Derzeit würden die meisten Mädchen nach der Pflichtschule noch immer in erster Linie Bürokauffrau, Einzelhandelskauffrau sowie Friseurin werden. Nach den Vorstellungen des ÖAAB solle in Zukunft auch die Vermittlung nicht nur von Vollzeitarbeitsplätzen sondern auch von Teilzeitarbeitsplätzen durch das Arbeitsmarktservice möglich sein. Beruf und Familie wären in diesem Sinne besser vereinbar. (APA)

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