Brau-Magnat Freddy Heineken verstorben

4. Jänner 2002, 19:44
posten

Der 78jährige formte die drittgrößte Brauereigruppe der Welt

Noordwijk - Alfred Henry "Freddy" Heineken, ehemaliger Chef des niederländischen Bierkonzerns Heineken, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Heineken starb nach Angaben des Unternehmens am Donnerstag in dem Küstenort Noordwijk, die Todesursache wurde zunächst nicht mitgeteilt. Heineken hatte im April vergangenen Jahres einen Schlaganfall erlitten und war seitdem gesundheitlich stark angeschlagen. "Mit dem Tod von Freddy Heineken hat uns ein einzigartiger Mann verlassen", bedauerte Heineken-Geschäftsführer Karel Vuursteen sein Ableben.

"Ich verkaufe nicht Bier, sondern Fröhlichkeit"

Das war einer der Leitsätze Heinekens, der 1942 im Alter von 18 Jahren in das Unternehmen eintrat, das sein Großvater 1864 gegründet hatte. Vier Jahre später wurde er Vertriebsleiter für die USA. Während seines zweijährigen Amerika-Aufenthalts beschäftigte er sich ausführlich mit den Werbemethoden in den USA. Später entwarf Heineken unter anderem die berühmte grüne Flasche und das Logo mit dem roten Stern. "Wäre ich kein Bierbrauer gewesen, wäre ich ein Werbefachmann geworden", sagte er einmal.

Reichster Mann der Niederlande

Zurück in Europa machte er das Unternehmen mit seiner Marketingstrategie zum drittgrößten Bierkonzern der Welt. Von 1971 bis 1989 führte er das Unternehmen, danach die Heineken-Gruppe, die 50,005 Prozent der Aktien an der Brauerei hält. Nach zwei Jahren als Vorsitzender des Aufsichtsrats trat Heineken im November 2001 in den Ruhestand. Heineken-Bier wird heute in ganz Europa, in den USA und in Asien verkauft. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2001 machte der Konzern einen Umsatz von 4,449 Milliarden Euro (61,22 Mrd. S).

Mit einem geschätzten Vermögen von rund neun Mrd. Gulden (4,08 Mrd. Euro/56,2 Mrd. S) war Heineken der reichste Mann der Niederlande. Für Aufregung sorgte seine Entführung im Jahr 1983. Der Unternehmer wurde nach Zahlung eines Lösegelds in Millionenhöhe nach drei Wochen freigelassen. Heineken blieb zwar körperlich unversehrt, mied jedoch danach die Öffentlichkeit und schottete sein Privatleben nach Möglichkeit ab. Heineken hinterlässt seine Frau, eine Tochter und fünf Enkel. (APA)

Share if you care.