Berliner Akademie erwarb Heißenbüttel-Archiv

4. Jänner 2002, 12:44
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Der Manuskriptbestand des Autors und Kritikers umfasst rund 24.000 Blatt

Berlin - Die Berliner Akademie der Künste hat das Archivdes Schriftstellers und Kritikers Helmut Heißenbüttel (1921-1996)erworben. Der umfangreiche Manuskriptbestand erstrecke sich über dengesamten Schaffenszeitraum und umfasse rund 24.000 Blatt, teilte dieStiftung Archiv der Akademie der Künste am Freitag mit. Heißenbüttelwar seit 1967 Mitglied der Akademie der Künste und in den Jahren 1977bis 1984 Direktor der Abteilung Literatur. 1969 erhielt er denGeorg-Büchner-Preis.

Von literaturhistorischem Interesse in Heißenbüttels Archiv istder Übergang von seinen eher konventionellen frühen Arbeiten(1939-1950) zur radikalen Neugestaltung seines Schreibens in den"Kombinationen" (1951-1954) und den "Topographien" (1954/55), mitdenen er den Übergang zur experimentellen Literatur imNachkriegsdeutschland schuf.

Es folgten die Arbeiten der "Textbücher 1-11" (1960-1987) und der"Projekte 1-3" (1970-1985). Der Nachlass enthält auch HeißenbüttelsLiteratur- und Kunstkritiken. Eine Besonderheit seines Werkes sindseit den 50er Jahren Kombinationen von Schriftelementen undkünstlerischer Grafik nach dem Collageprinzip. Zu HeißenbüttelsArchiv gehört auch persönliche Korrespondenz, darunter Briefe vonIlse Aichinger, Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll,Paul Celan, Peter Härtling und Ernst Jandl.(APA/dpa)

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