"Ständiges Nachfragen ist peinlich"

4. Jänner 2002, 12:41
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Studie: PatientInnen mit Hörproblemen verstehen ihre Diagnose oft nicht

Marburg - Rund 80 Prozent aller Patienten mit einer Hörminderung verabschieden sich von ihrem Arzt, ohne die genaue Diagnose verstanden zu haben. Das haben britische Wissenschafter in einer Studie herausgefunden, wie die Fördergemeinschaft Gutes Hören in Marburg berichtete. Zwölf Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie aus Angst vor Verständigungsproblemen Termine mit Arzt oder Praxispersonal zu vermeiden versuchten.

"Vielen Patienten mit Hörproblemen ist das ständige Nachfragen peinlich", sagte Karin Uphoff von der Fördergemeinschaft. Allerdings spielten nicht nur akustische Probleme bei den Verständigungsschwierigkeiten eine Rolle. Auch ärztliches Fachchinesisch führe dazu, dass Patienten die Diagnose nicht verstünden. Hörgeminderte Patienten seien zudem oft gewohnt, dass sie nur einen Teil des Gesprächs mitbekämen. Vermittle der Arzt dem Patienten die Diagnose dann noch mit vielen Fremdwörtern, würden die Verständigungsprobleme weiter verstärkt.

"Mit gut angepassten Hörsystemen und geeigneten Kommunikationsstrategien könnten sich diese Patienten solche deprimierenden Erlebnisse sparen", betonte Uphoff. So solle der Arzt den Patienten ansehen, während er spreche. Auch sei es sinnvoll, wichtige Sätze in ruhigem Ton mehrmals zu wiederholen. Fachbegriffe kurz zu erklären, sollte sowieso eine Selbstverständlichkeit sein. (APA/AP)

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    foto: photodisc
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