Styria strebt weitere Expansion in Südosteuropa an

4. Jänner 2002, 12:13
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Spekulationen über Einstieg bei Sloweniens "Delo" - Pirker bestätigt Intesse

Für Aufregung in Slowenien sorgten am Freitag Meldungen, wonach die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse", "Die Furche") bei der größten slowenischen Tageszeitung "Delo" eingestiegen sei. "Delo" selbst berichtete seinen Lesern, dass der Grazer Medienkonzern "laut Gerüchten" 25 Prozent der "Delo"-Aktien von der katholischen Bank "Krekova Banka" gekauft habe.

Styria dementiert erfolgten Einstieg, bestätigt aber Interesse

Styria-Generaldirektor Horst Pirker dementierte einen erfolgten Einstieg bei "Delo", bestätigte aber grundsätzliches Interesse an der slowenischen Tageszeitung. "Weder haben wir Anteile übernommen, noch steht eine Übernahme unmittelbar bevor", so Pirker. Es sei aber bekannt, dass sich die Styria für den südosteuropäischen Raum interessiere. Dazu gehöre auch Slowenien.

Die Styria hat im Vorjahr Kroatiens größte Tageszeitung "Vecernji list" für rund 200 Millionen Kuna - das waren damals 25,9 Mill. Euro oder 356 Mill. S - zur Gänze übernommen (etat.at berichtete). Daneben hält das Unternehmen eine Sperrminorität an der größten Vertriebsfirma Kroatiens und ist weiters am dortigen Mobilfunknetzbetreiber beteiligt.

"Delo" würde gut ins Portfolio passen ...

Pirker: "Sowohl in Kroatien als auch in Slowenien sind weitere Beteiligungen erwünscht. 'Delo' würde gut in unser Portfolio passen." Da in Slowenien keine Mehrheitsbeteiligungen möglich seien, könnte es sich aber nur um eine "Minderheitsbeteiligung" handeln, erklärte der Styria-Chef weiter. "Der nachbarschaftliche Raum ist für uns von allgemeinem Interesse und macht vom Standort Graz aus Sinn."

Über "Delo"

"Delo" hat eine durchschnittliche tägliche Auflage von 100.000 Exemplaren und gilt als "liberal" orientiert. Im Delo-Verlag erscheinen darüber hinaus die Boulevardzeitung "Slovenske Novice" und mehrere Wochenzeitungen. Vor der politischen Wende in Slowenien war "Delo" formell Organ der damaligen Dachorganisation "Sozialistische Allianz arbeitender Menschen". Nach der Wende wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

25 Prozent der "Delo"-Aktien stehen im Eigentum der katholischen "Krekova Banka", der Rest der Anteile gehört den Mitarbeitern der Tageszeitung sowie verschiedenen slowenischen Unternehmen. Laut "Delo" von Freitag hätten sich inzwischen bereits Interessenten gemeldet, die der Styria beim Kauf der "Krekova"-Anteile an "Delo" Konkurrenz machen wollen. (APA)

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