Ein kleiner Helfer für den Haushalt

4. Jänner 2002, 10:38
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Österreichischer Roboter ist sehr flexibel - Einsatzmöglichkeiten in Industrie und Haushalt

Bei allen Fortschritten in der Computertechnik bleiben Service-Roboter im Haushalt bisher eher eine Randerscheinung. Hauptprobleme sind laut Peter Blaimschein vom Institut für Handhabungssysteme und Fertigungssysteme der Universität Linz mangelnde Flexibilität der verschiedenen Systeme und natürlich auch die Kosten. Mit einem von ihm entwickelten, fahrbaren Grundgerät sollen weitere Forschungen und Entwicklungen erleichtert werden.

4 Räder, 80 cm groß

Der vierrädrige Roboter ist bisher nur als Labormodell realisiert. Es ist rund einen Meter lang, 70 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch. Im Gegensatz zu anderen Konzepten sind alle Räder unabhängig von einander elektrisch lenkbar. Die einzelnen Räder werden dabei nicht mechanisch über ein Lenkgestänge, sondern mittels eines Reglers elektronisch gekoppelt, im Fachjargon heißt dies "Drive by Wire", sagte Blaimschein im Gespräch mit der APA.

Hindernisse werden erkannt

Dadurch unterliegen auch die Lenkwinkel keinerlei Beschränkungen, wie dies bei mechanischen Konstruktionen fast immer der Fall ist. Der Roboter kann so auf jede beliebige Fahrstrecke programmiert werden. Selbst ein rechtwinkeliges Einparken ist möglich. Das System verfügt auch über einen Sensor, der Hindernisse erkennt.

Nur Basis für weitere Entwicklungen

Der Roboter der Linzer Mechatroniker dient lediglich als Basis für weitere Entwicklungen, die dann auf das Grundmodell gleichsam aufgesetzt werden. So wäre beispielsweise der Einsatz als Essensroboter in Krankenhäusern möglich. "Bisher haben derartige Systeme meist den Nachteil, dass auf Grund der Steuerung nur Geraden und Kurven mit bestimmten Radien abfahren können, unser System kann auf jeden beliebigen Kurs programmiert werden", so der Forscher.

Bringt die Zukunft Roboterstaubsauger?

Ob die Entwicklung jemals auch für Haushaltsroboter im großen Stil eingesetzt wird, steht in den Sternen. Hier sind vor allem die hohen Entwicklungskosten ein Problem. Blaimschein schätzt, dass frühestens in zehn Jahren beispielsweise in großen Mengen gefertigt werden. Im Gegensatz zu den bereits verwendeten Roboter-Rasenmähern müsste ein Staubsauger gezielt seine Arbeit verrichten. Und das sei wesentlich schwieriger als die nach dem Zufallsprinzip arbeitenden, automatischen Rasenmäher. (apa)

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