AIP: Mehr als 30 Tote bei neuen US-Luftangriffen

4. Jänner 2002, 12:56
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US-Kampfjets setzen Bombardement fort

Islamabad - US-Kampfflugzeuge haben am Freitag ihre Bombardements mutmaßlicher Taliban-Verstecke im Osten Afghanistans fortgesetzt. Dabei wurden nach Angaben der in Pakistan ansässigen privaten afghanischen Nachrichtenagentur AIP mindestens zwei Menschen verletzt. In Zhawar in der Provinz Khost wird der ranghohe Taliban-Führer Maulana Jalaluddin Hakkani vermutet.

Die östliche Provinz war bereits mehrfach Ziel von Luftattacken, da Mitglieder des gestürzten Taliban-Regimes dorthin geflüchtet sein sollen. Der Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, hat seine Sorge über die zunehmende Zahl ziviler Opfer bei Luftangriffen in seinem Land ausgedrückt. Beim jüngsten amerikanischen Bombardement des Dorfes Niazi Qala in der Provinz Paktia am 30. Dezember sind insgesamt 107 Zivilisten ums Leben gekommen.

AIP: Mehr als 30 Tote bei US-Luftangriffen in Afghanistan

Bei neuen US-Luftangriffen in Ost-Afghanistan sind nach Angaben der afghanischen Nachrichtenagentur AIP am Freitag über 30 Menschen getötet worden. Zwei Dörfer seien schwer beschädigt worden, weshalb die Opferzahl noch steigen könne, meldete die in Pakistan ansässige private Agentur unter Berufung auf Augenzeugen. Ziel der Attacken sei die Stadt Zhawar in der Provinz Khost gewesen, wo der ranghohe Taliban-Anführer Maulana Jalaluddin Hakkani vermutet wird.

Afghanische Stammesälteste und ein Taliban-Kommandant haben unterdessen am Freitag in der Provinz Helmannd weiter über das Schicksal des Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar verhandelt. Er rechne bis zum Wochenende mit einem Ergebnis der Gespräche, sagte ein Vertreter des Geheimdienstes in Kandahar, Nasratullah Nasrat, der Nachrichtenagentur AFP. Er widersprach Berichten, wonach Omar möglicherweise bereits in Afghanistan festgenommen worden sei. Taliban-Kommandeur Abdul Ahad hatte den Stammesältesten die Übergabe Omars und die Kapitualtion seiner 1500 Kämpfer unter der Bedingung in Aussicht gestellt, dass die USA ihre Luftangriffe im Süden des Landes einstellen.

(APA/dpa)

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