Nordirland: Neue Anschlagsserie fordert ein Todesopfer

4. Jänner 2002, 13:14
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Protestantische Aktivisten hinter Attentaten vermutet

Belfast - Bei mehreren Anschlägen in Nordirland ist in der Nacht zum Freitag ein Mann getötet worden, ein weiterer wurde durch einen Schuss ins Bein verletzt. Wie die Polizei mitteilte, starb in dem Ort Coleraine in der Region Londonderry ein Mann, als vor einem Haus eine Bombe explodierte. Kurze Zeit später wurde ein zweiter Sprengsatz entdeckt. Die Polizei sperrte das Gebiet daraufhin weiträumig ab und evakuierte die umliegenden Häuser. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Sprengstoffexperten nahmen die Untersuchungen auf.

Zuvor war bereits im Norden Belfasts ein Bombenanschlag auf das Haus einer katholischen Familie verübt worden. Nach Angaben der Polizei wurde eine Rohrbombe durch das Wohnzimmerfenster ins Erdgeschoss des Hauses geworfen. Da sich die Mutter mit ihren vier Kindern im oberen Stockwerk aufhielt, wurde niemand verletzt. Das Haus wurde schwer beschädigt.

Im Bezirk Down südlich von Belfast wurde eine im Garten eines Polizisten versteckte Bombe rechtzeitig entdeckt und entschärft. Bereits im April des vergangenen Jahres war ein ähnlicher Anschlag auf das Haus des Beamten vereitelt worden.

Im benachbarten Newtownards wurde ein Mann von Unbekannten durch ein Schuss ins Bein verletzt. Die Polizei geht von einem Überfall einer paramilitärischen Gruppe aus. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Hinter dem Anschlag wurden Protestanten vermutet. Der Norden Belfasts war in den vergangenen Monaten immer wieder Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen pro-britischen Protestanten und pro-irischen Katholiken.

Großbritannien hatte seine militärische Präsenz in Nordirland verringert, nachdem die pro-irische Untergrundorganisation IRA im vergangenen Jahr mit ihrer Entwaffnung begonnen hatte. Die Entwaffnung und der Abzug britischer Truppen sind Teil des Karfreitagsabkommens von 1998, mit dem der Bürgerkrieg in Nordirland zwischen pro-irischen Katholiken und pro-britischen Protestanten beendet werden soll.(APA/dpa/Reuters)

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