Schuldfrage nach Feuerwerksinferno in Peru

3. Jänner 2002, 22:09
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Streit um die Verantwortung für Katastrophe

Lima - In Peru ist ein Streit um die Verantwortung für die Feuerwerkskatastrophe ausgebrochen, der am Wochenende hunderte Menschen zum Opfer gefallen waren. Bei einer Anhörung im Kongress sprach der Bürgermeister von Lima, Alberto Andrade, der Polizei am Donnerstag eine Mitschuld zu. Diese habe vor Weihnachten unverständlicherweise in dem viel besuchten Stadtviertel Mesa Redonda im Zentrum Limas ihre Präsenz stark verringert. Innenminister Fernando Rospigliosi wies Andrades Anschuldigungen zurück.

Altstadt von Lima in Schutt und Asche

Explodierende Böller hatten zwei Tage vor Silvester in Lima zwei mehrstöckige Einkaufszentren und vier Straßenblocks der historischen Altstadt von Lima in Schutt und Asche gelegt. Die Sachschäden beliefen sich auf rund zehn Millionen Dollar (11,06 Mill. Euro/152 Mill. S). Die Justiz ermittelt gegen die Händler, die die Feuerwerkskörper unerlaubt in der viel besuchten Zone im Zentrum Limas gelagert hatten.

Die Position des Bürgermeister wird von der Generalstaatsanwältin Nelly Calderon gestützt. Ihr zufolge hatte die Polizei zehn Tage vor dem Unglück ohne Erklärung einen Kontrollring rund um Mesa Redonda aufgehoben. Calderon schließt auch nicht aus, dass Polizisten selbst mit den Händlern gemeinsame Sache machten und die verbotene tonnenweise Lagerung der Feuerwerkskörper tolerierten. (APA/dpa)

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