Technik unterstützt Ärzte bei der Entscheidungsfindung

6. Jänner 2002, 19:19
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Elektronisches System imitiert Prozesse

London - Ärzte könnten bald den Zugang zu einem elektronischen System erhalten, das sie in der schwierigen Entscheidungen bei der Behandlung von Herzstörungen unterstützen soll. Zu diesem Zweck wollen die British Medical Journal Publishing Group (BMJ) und InferMed, ein Provider für klinische Software, ihre Kräfte bündeln. Das Team startet demnächst mit der Entwicklung eines Systems, das auf elektronischem Weg die natürliche Entscheidungsfindung in klinischen Bereichen nachahmt. Das nach eigenen Angaben einmalige System wird auf der InferMed-Technologie AREZZO und dem letzten Wissenschaftsstand der Behandlungsmöglichkeiten basieren.

Durch diese Kombination soll eine vollständige Liste von Behandlungsmöglichkeiten gewährleistet werden. Jede Alternative wiederum wird durch Belege für und wider eine Behandlung untermauert sowie speziell auf einzelne Patienten zugeschnitten sein. Enthalten sind auch Infos über jene Medikamente, die der Patient einnimmt, sowie über den gesamten Gesundheitszustand des Patienten.

"Natürlich obliegt es weiterhin der Verantwortung jedes einzelnen Arztes, letztendlich die Entscheidung über eine Behandlung zu treffen. Das System unterstützt ihren Entschluss in dem Wissen, dem bestmöglichen Beweis dafür gefolgt zu sein", erklärte Stuart Barton, Herausgeber von Clinical Evidence der BMJ Publishing Group. Der Fachbegriff "Clinical Evidence" steht für das wesentliche "Werkzeug" eines jeden Mediziners, um klinische Entscheidungen auf eine wissenschaftlich fundierte Beweislage stützen zu können. Er basiert auf dem letzten wissenschaftlichen Stand der Forschung in Bezug auf die Behandlung einer großen Bandbreite von Erkrankungen. (pte)

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