Amiga Telecom als Fall für die Euro-Wächter

4. Jänner 2002, 12:07
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"Körberlgeld" durch großzügige Rundungen

Schwierigkeiten mit der EURO-Umrechnung haben auch die Telekomfirmen. Der Netzbetreiber Amiga Telecom, eine Kooperation von MCI WorldCom und Primus, könnte der erste Fall für die Euro-Preiskommission sein. Grund: Amiga fakturiert seit Oktober nur in Euro und lässt die vorgeschriebene doppelte Preisauszeichnung weg.

"Körberlgeld"

Was Amiga-Kunden noch mehr nervt ist, sind die Euro/ Cent-Beträge, die pro Telefonminute ausgewiesen werden: Laut Tariftabelle kostet eine Gesprächsminute zum Festnetz im Inland 0,64 S oder 0,05 EURO. Rechnet man die 64 Groschen exakt auf vier Stellen nach dem Komma um, dürfte eine Minute aber nur 0,0465 EURO kosten. Für Amiga fällt dadurch ein "Körberlgeld" von 4,80 Groschen pro Gesprächsminute an.

Mist

Was als Kleinvieh abgetan werden könnte, macht bei – nach Eigenangaben – 75.000 Anschlüssen und Hunderttausenden Telefonminuten vermutlich "Mist" im Wert von Tausenden Schilling. Fabian Scharsach von Amiga Telecom weist Vorwürfe zurück. Zwar würden Euro in der Rechnung nur auf zwei Stellen nach dem Komma angeführt, abgerechnet werde aber exakt auf vier Stellen. Auf der Rechnung sei dies aber nicht sichtbar. Bei der nächsten Rechnungslegung sollte das Problem ausgebügelt sein.

Einzefall

Für Karl Kollmann von der Euro-Preiskommission ist die Praxis von Amiga bis dato ein Einzelfall und vermutlich ein Fall für die EURO-Wächter. Denn es sei dann auf vier Stellen zu rechnen, wo es der Exaktheit wegen geboten ist. (ung – Der Standard Printausgabe)

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