Deutschland: Mehr als vier Millionen ohne Job

3. Jänner 2002, 18:31
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Dennoch mehr Erwerbstätige als je zuvor

Nürnberg/Wiesbaden - Die aktuelle Winterarbeitslosigkeit in Deutschland ist nach Berechnungen von Experten bereits im vergangenen Dezember über die Vier-Millionen-Marke gestiegen. Den Fachleuten zufolge waren im Weihnachtsmonat 4,015 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das wären 226.000 mehr als im November 2001 und rund 200.000 mehr als vor zwölf Monaten. Die offiziellen Zahlen will die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg am Mittwoch kommender Woche bekannt geben.

Zahl der Erwerbstätigen erreicht Höchststand

Unterdessen hat die Zahl der Erwerbstätigen 2001 in Deutschland trotz der einbrechenden Konjunktur einen Höchststand erreicht. Allerdings kam der seit Herbst 1997 anhaltende Beschäftigungszuwachs im Laufe des Jahres zum Stillstand. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, waren im Jahresdurchschnitt 2001 nach vorläufigen Berechnungen rund 38,8 Millionen Menschen erwerbstätig. Das waren 55.000 oder 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Einschätzung der Fachleute ist die Zahl der Erwerbslosen im Dezember im Vergleich zum Vormonat genauso stark gestiegen wie im Dezember des Krisenjahres 1998. Im vergangenen Winter war die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen erst im Jänner über die psychologisch wichtige Marke von vier Millionen geklettert. Bezogen auf das Gesamtjahr wären damit im Jahr 2001 durchschnittlich 3,872 Millionen Menschen arbeitslos gewesen. Dies wären nur noch rund 15.000 weniger als im Jahresdurchschnitt 2000. Erwartungen vom Jahresanfang waren noch von einem Rückgang der Arbeitslosen von 200.000 bis 250.000 im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2000 ausgegangen.

Lahmende Konjunktur

Die befragten Experten machen für die im Dezember anhaltende Talfahrt auf dem Arbeitsmarkt hauptsächlich die lahmende Konjunktur verantwortlich. "Das dicke Ende kommt aber erst im Jänner", meinte der Fachmann eines norddeutschen Wirtschaftsforschungsinstituts. Erst dann schlügen sich die zum Jahresende 2001 wirksamen Kündigungen nieder. Hinzu komme der im Vergleich zum Dezember 2000 verhältnismäßig strenge Winter, der speziell die Bauindustrie treffe. (dpa, DER STANDARD, Printausgabe 4.1.2002)

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