Bayern-LB will Bawag-Anteil senken

3. Jänner 2002, 17:40
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Freiwerdendes Aktienpaket soll an Südtiroler Sparkasse gehen

Wien/München - In der Aktionärsstruktur der Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag), Wien, an der die Mehrheit von rund 54 Prozent der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hält, zeichnet sich eine Änderung ab. Die Bayerische Landesbank, München, will ihren Anteil von 46 auf 41 Prozent senken, so die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Freitag-Ausgabe. Neuer Aktionär der Gewerkschaftsbank solle mit 5 Prozent die Südtiroler Sparkasse werden.

Im Gegenzug wolle die Bayern-LB ihre Beteiligung an der Südtiroler Sparkasse von bisher 10 Prozent auf 25 Prozent plus eine Aktie (Sperrminorität) aufstocken. Ein Sprecher der Bayern-LB bestätigte auf Anfrage der Zeitung, dass es Überlegungen über eine Neuordnung der Beteiligungen an Bawag und Südtiroler Sparkasse gebe. Es wäre dies ein Aktiven-Tausch, man würde die eine Beteiligung gegen die andere eintauschen. Die Bawag selbst will zu den Plänen ihres Großaktionärs laut dem Bericht keinen Kommentar abgeben.

Strategiewechsel

Branchenkenner interpretieren die Pläne als Strategiewechsel der Bayern-LB unter ihrem seit Mitte 2001 amtierenden neuen Vorstandssprecher Werner Schmidt. Schmidt dürfte sich mehr auf das Geschäft in Deutschland konzentrieren und versuchen, die bayrischen Sparkassen stärker um die Landesbank zu scharen. Der deutsche Sparkassensektor steht wegen der auf Druck der EU auslaufenden Haftungen der Länder ja vor einer erschwerten Wettbewerbssituation.

Die Bayern-LB hatte kürzlich ihren 46-Prozent-Anteil an der Tiroler Sparkasse an die Erste Bank abgegeben. Die Münchner Großbank hat sich vor kurzem auch an der Landesbank Baden-Württemberg beteiligt, in Tschechien ist sie aus einer Bausparkassenbeteiligung ausgestiegen.

Die Südtiroler Sparkasse, das größte und älteste Geldinstitut Südtirols, das künftig vom Amerikaner Timothy Brooks geleitet wird, war zuletzt als möglicher Partner der Hypo-Tirol in den Blickpunkt des Interesses gerückt. Die Allianz-Pläne der beiden Geldinstitute in Nord- und Südtirol wurden 2001 aber begraben. Aus Wettbewerbsgründen brauche das Südtiroler Geldinstitut bis 2004 neue Miteigentümer, so der Bericht. Die Sparkassen-Stiftung die noch 68 Prozent der Aktien hält, müsse diesen Anteil reduzieren. Als möglicher Partner sei die Banca Popolare di Lodi, Italiens älteste Volksbank, im Gespräch. (APA)

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