Pakistan: Moslem-Koalition fordert härtere Haltung gegen Indien

3. Jänner 2002, 16:05
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Kritik an Musharraf: "Bedrohung für Souveränität Pakistans"

Islamabad/Kathmandu - Moslem-Fundamentalisten in Pakistan haben Militärmachthaber Pervez Musharraf scharf kritisiert und eine härtere Haltung gegenüber Indien verlangt. "General Musharraf ist eine Bedrohung für die Souveränität Pakistans, das Atomprogramm und Kaschmir", sagte Samiul Haq, der Präsident des "Rates zur Verteidigung Afghanistans" (PADC), am Donnerstag in Islamabad.

Der PADC hatte Musharraf bereits wegen seiner Unterstützung für die USA bei ihren Angriffen gegen die Taliban in Afghanistan kritisiert. Die Demonstrationen der Fundamentalisten waren nach dem Beginn der US-Angriffe jedoch rasch kleiner geworden. Nun forderte Haq erneut, die USA müssten ihre Stützpunkte in Pakistan aufgeben und warf ihnen wegen der andauernden Bombardements "Kriegsverbrechen" vor.

Haq kritisierte auch, dass in Pakistan auf Druck der USA und Indiens in den vergangenen Tagen extremistische Moslems festgenommen wurden. Indien macht zwei Moslem-Organisationen, die ihre Hauptquartiere in Pakistan haben, für den Terrorangriff auf das Parlament in Neu Delhi im Dezember verantwortlich.

In Kathmandu, wo in der Zeit von 4. bis 6. Jänner eine Gipfelkonferenz südostasiatischer Länder stattfindet, erklärte am Donnerstag der indische außenminister Jaswant Singh, sein Land begrüße das pakistanische Vorgehen gegen zwei Separatistengruppen von Kaschmir, das als Schritt in die richtige Richtung betrachtet werde. Dies sei aber nicht ausreichend. Indien erwarte von Pakistan eine entschiedenere Erklärung gegen den Terrorismus. Den Worten Pakistans müssten auch Taten folgen, insbesondere Schritte gegen das Einsickern von Terroristen aus Pakistan in Kaschmir.(APA/dpa/Reuters)

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